Kambodscha Reiseberichte

Angkor Wat große Tour Reisebericht mit Banteay Srei und Reisetipps

In der großen Angkor Rundtour geht es weiter in den nord-östlichen Teil von Angkor Wat. Hier liegen die Entfernungen etwas weiter auseinander als bei der kleinen Tour. Aus dem Grund entscheiden sich die Tagestouristen auch mehr für die andere Tour. Der positive Effekt dahinter sind weniger Touristen bei den Tempeln was gerade nach Angkor Thom entspannend war. Man beachte auch, dass auf der Liste fast nur halb so viel Tempel stehen wie in der kleinen Tour. Dafür sind sie um einiges beeindruckender und benötigen somit mehr Zeit. Wir fanden auch toll, dass man etwas weiter aus dem Dschungel-Zentrum kommt und mehr Landschaft von der Tempelanlage sieht. Nachdem wir beide Touren gemacht haben, konnten wir eindeutig sagen, dass sie uns besser gefallen hat. Aber das ist natürlich immer davon abhängig wie viel Zeit man hat. In den folgenden Beitrag zeige ich euch die Highlights und besten Sehenswürdigkeiten von der großen Tour.

Banteay Srei Tempel

Der Banteay Srei ist mit 10 km von Zentrum am weitesten entfernt und benötigt die längste Anreise. Wer den Tempel also mit dem Fahrrad anfahren will sollte dies mit beachten. Der Tempel wurde Ende des 10. Jahrhunderts gebaut und bedeutet im deutschen “Zitadelle der Frauen“. Er ist der kunstvollste und zeigt besondere Steinmetzarbeiten. Wo wir angekommen sind war schon am Parkplatz klar, dass sich diese Anlage klar von allen anderen unterscheidet. Nach einem 10 minütigen Fußweg gelangten wir zur Anlage. Sie ist sehr flach gebaut und ist relativ klein gehalten. Umrandet von einem Wassergraben bzw. Wasserreservoir muss man einen ca. 70 Meter langen Zugangsweg gehen der von 3 verbaute Umringen umgeben ist. Im Zentrum der Anlage sind dann mehrere Pavillons und Türme zusehen die wundervolle Verzierungen tragen. Auf dem Rückweg zum Auto gab es einige Kinder die Postkarten für 1 US Dollar verkauft haben. So doof es auch klingt. Gebt den Kindern kein Geld und schenkt Ihnen keine Aufmerksamkeit. Sie werden von den Eltern zum Arbeiten geschickt und gehen dadurch nicht in die Schule. Solange dieses System funktioniert werden die Kinder nie eine Schulausbildung und dadurch Zukunft haben. benötigte Aufenthaltszeit: 60 Minuten

Reisfelder direkt am Parkplatz
Reisfelder direkt am Parkplatz
detailreiche Steinmetzarbeiten
detailreiche Steinmetzarbeiten
Wasserreservoir vor Zitadelle der Frauen
Wasserreservoir vor Zitadelle der Frauen
Zugang zum Banteay Srei
Zugang zum Banteay Srei
Tempeltürme von Banteay Srei
Tempeltürme von Banteay Srei

Preah Khan Tempel

An unseren letzten Rundreise-Tag war der Preah Khan das absolutes Highlight. Wir waren ohne Erwartungen angekommen und wurden positiv überrascht. Die Tempelanlage ist sehr weitläufig wodurch man noch das Gefühl hat total allein zu sein. Wie auch beim Ta Prohm gibt es hier viele Gebäudeteile die von riesigen Wurzeln verwachsen sind und so ein erstklassiges Bild geben. Der Tempel ist sowohl vom Ost als auch vom West-Tor zu erreichen. Ihr könnt also wie wir am Westeingang starten und euch vom Osteingang abholen lassen. Die buddhistische Anlage wurde im 12 Jahrhundert errichtet und ist bis auf die Außenmauern noch sehr gut erhalten. Es macht Spaß durch die vielen sehr unterschiedlichen Tempelkomplexe zu gehen. Jeder Abschnitt des Flachtempels bietet eine komplett andere Architektur was es so einzigartig macht. Ich würde euch raten ruhig mal außerhalb der Mauern zu gehen. Dort gibt es noch einige versteckte Zugänge die man beim schlauchförmigen Touristenweg nicht sieht. Zum Ende hin am Ost-Tor gibt es eine Säulenhalle die uns sehr beeindruckt hat. Sie wirkt in dem Abschnitt sehr mächtig und sollte den Kambodschanischen Holzbauten nachempfunden werden. Ich fand es komisch, dass sowohl unser Guide als auch die Reisebücher viel mehr auf Banteay Srei eingehen als auf den Preah Khan. Aus meiner Sicht wirkt der Banteay schon fast langweilig gegenüber dem hier. benötigte Aufenthaltszeit: 90 Minuten

Eingang von Preah Khan
Eingang von Preah Khan
kaum Touristen - wir sind allein
kaum Touristen – wir sind allein
Zerfallene Mauer um Preah Khan
Zerfallene Mauer um Preah Khan
Säulenhalle im Preah Khan Tempel
Säulenhalle im Preah Khan Tempel
Würgefeigewurzeln in Preah Khan
Würgefeigewurzeln in Preah Khan

Neak Pean der Inseltempel

Der Inseltempel ist der einzigste seiner Art in Angkor. Er liegt inmitten eines Wasserreservoirs und ist zu Fuß durch eine Strecke von 300 Meter zu erreichen. Der Tempel an sich besteht aus ein Hauptbecken und 4 um rumliegende kleinere Becken die miteinander verbunden sind. Uns hat die Landschaft vom Wasserreservoir sehr verwundert. Überall sind tote Bäume und Mangroven zu sehen als ob ein Tsunami über das Land gegangen ist. Unser Guide erklärte uns, dass die Regierung aus dem Reservoir ein Touristenevent machen wollte. Sie fluteten das Reservoir mit übermäßig viel Wasser damit Boote durch die Mangroven fahren können. Blöd nur das die Mangroven das neue Frischwasser nicht vertragen haben und komplett eingingen. Somit war die Landschaft hinüber und die Idee der Geldeinnahme auch. Die Wasserbecken an sich waren jetzt weniger spannend als die Umgebung. Auf dem Rückweg sahen wir einige Kinder (3-7 Jahre) die Plastikflaschen der Touristen gesammelt haben. Unser Guide meinte, dass sie ab einer bestimmten Menge Geld dafür bekommen. Genauer gesagt gerade einmal 10 Cent für ein 100 Liter Sack wofür sie 1 ganzen Tag brauchen. Wenn man sich überlegt, dass sie dafür keine Schulbildung in Anspruch nehmen um Ihre Familie zu unterstützen war ich gut schockiert.benötigte Aufenthaltszeit: 45 Minuten

kaputte Landschaft am Inseltempel
kaputte Landschaft am Inseltempel
Der Weg zu Neak Pean
Der Weg zu Neak Pean
Haupt-Wasserbecken von Neak Pean
Haupt-Wasserbecken von Neak Pean

Ta Som Tempel

Die letzte Station auf unserer großen Rundtour war der buddhistische Ta Som Tempel. Er ist gegenüber den anderen Stationen relativ klein und nicht so gut erhalten. Der Start findet am West-Tor statt und ist direkt von der Straße aus zu begehen. Einzigartig ist das Ost-Tor was komplett von Würgefeigewurzeln überwachsen ist. Man könnte denken, dass das Tor dem Baum eine Grundstruktur gegeben hat. Ansonsten ähnelt sich der Tempel sehr den anderen wie Ta Prohm nur in Miniformat. benötigte Aufenthaltszeit: 45 Minuten

Eingang zum Ta Som Tempel
Eingang zum Ta Som Tempel
Würgefeigewurzeln auf dem Ta Som Ost-Tor
Würgefeigewurzeln auf dem Ta Som Ost-Tor
Im Zentrum von Ta Som
Im Zentrum von Ta Som

weitere Tempel der großen Tour

Da die Angkor-Anlage ja noch viel mehr kleine Tempel beherbergt, ist es unmöglich alle innerhalb eines Tages voll mitzunehmen. An kleineren Anlagen wie Krol Kô, Banteay Prei oder Prasat Prei sind wir vorbei gefahren oder haben kurz angehalten. Sie zeigen sich aber so unscheinbar, dass sie aus meiner Sicht kein extra Reisebericht würdig sind. Meist sind sie so zerstört, dass sie kaum als Anlage zu erkennen sind.

Zusammenfassung und Bewertung

  • Die große Tour bietet mehr Vielfalt und ist weniger touristisiert
  • Banteay Srei ist klein und sehenswert aber etwas überbewertet | 3,5 von 5 Sterne
  • Preah Khan war unerwartet beeindruckend, sehr vielfältig mit der prachtvollen Säulenhalle | 5 von 5 Sterne
  • Bei Neak Pean ist die Umgebung und der Weg interessanter als die Wasserbecken selber | 4 von 5 Sterne
  • Ta Som bietet mit dem mit Wurzeln bewachsenen Ost-Tor ein tolles Fotomotiv | 4 von 5 Sterne

Wie Angkor Wat aufgebaut worden ist könnt Ihr in folgenden YouTube Video sehen:

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Bewertung der Reise-Erfahrungen & Insider-Tipps unserer Leser
[Gesamt: 4 Durchschnitt: 4]

1 Comment

  1. Mir scheint es auch so, dass die große Tour sowas wie ein kleiner Geheimtipp ist wenn die alle nur die kleine Tour machen. Gut zu wissen wenn man einmal dort hin will. Die Bilder haben mir auf jeden Fall gut gefallen und geben ein Eindruck was einen erwartet. Die Säulenhalle von Preah Khan sieht schon sehr stark aus. Ob es immer noch Tempel gibt die nicht ausgegraben sind ? Ich war erschrocken wo ich die Gründe für die leere Landscahft bei Neak Pean gelesen habe. Das ist einfach verrückt ohne nachzudenken das Gebiet mit Wasser zu fluten um da Touris durchzuschieben. Auf der einen Seite will ich sagen “Tja das habt Ihr davon!“ auf der anderen Seite ist es natürlich traurig das so etwas passiert.

    Evtl. treibt es mich ja kommendes Jahr dort hin. Eigentlich hatte ich nur eine Reisereportage im Fernsehen gesehen und wollte etwas zum Banteay Srei Tempel nachlesen. Dadurch bin ich hier hängen geblieben.

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