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Bastei – Rathen Reisebericht vom Elbsandsteingebirge

Die Bastei im Elbsandsteingebirge gehört mit zu den beliebtesten Urlaubszielen in der Sächsischen Schweiz. Sie bieten neben einmaligen Sehenswürdigkeiten auch Wanderwege und schmackhafte Restaurants. Wir sind an einem sonnigen Wochenende über Rathen auf den Basteifelsen gewandert und hatten die Gelegenheiten wundervolle Fotos zu machen. Diese werde ich euch im folgenden Reisebericht etwas näher bringen.

Anfahrt

Gegen 7:30 morgens startet wir von Sebnitz aus wo auch unser Hotel lag. Unser Ziel war die Stadt Rathen von wo aus man am besten auf die Bastei wandern kann. Rein theoretisch braucht man etwa 30 Minuten für 21 km lange Strecke. Allerdings hatte uns das Navi im Handy über einspurige kleine Landstraßen geschickt wodurch wir ganze 50 Minuten brauchten. Oft hatten wir das Gefühl, dass wir auf dem falschen Weg waren aufgrund der wenigen Autos und den kleinen Straßen. Am Ende sind wir aber gut angekommen. In der Stadt Rathen selbst kommt Ihr mit dem Auto nicht hinein und die wenigen Parkplätze vor dem Stadt-Eingang sind generell voll und Privat. Etwa 800 Meter vor der Stadt findet Ihr auf der linken Seite ein Parkplatz. Ich würde euch raten hier das Auto stehen zu lassen und den Rest per Fuß zu erlaufen. Der Weg nach unten in die Stadt führt durch einen kleinen Wald wonach ihr auch eine tolle Aussicht auf das Elbsandsteingebirge habt.

TIPP: Nehmt unbedingt ein Navigationssystem da die Stadt über kleine Landwege zu erreichen ist und kaum ausgeschildert ist.

Weg vom Parkplatz Richtung Rathen
Weg vom Parkplatz Richtung Rathen

Der Kurort Rathen

Die Stadt Rathen besteht aus 2 Ortsteilen die durch die Elbe getrennt sind. Der eine Teil kann nur per Auto erreicht werden. Der Anteile ist auch via S-Bahn (S1) erreichbar. Beide Seiten sind durch eine Gier-Seilfähre verbunden die täglich mehrmals fährt. Der idyllische Ort beherbergt nur 400 Einwohner und wirkt durch sein einmaliges Panorama mit dem Elbsandstein und der davor schlängelnden Elbe sehr romantisch. Die Stadt ist der perfekte Startpunkt für Wanderer, Radler, Kletterer und Basteibesucher. Wir waren kurz vor 9 Uhr morgens in der Stadt wodurch alles noch verwunschen und ruhig wirkte. Je später es wird desto mehr Touristen überlaufen die Stadt was wir auf dem Rückweg später gemerkt hatten.

Rathen im Sommer
Rathen im Sommer
Rathen mit Blick Richtung Elbe
Rathen mit Blick Richtung Elbe
Elbe mit Fähre am Sandsteingebirge
Elbe mit Fähre am Sandsteingebirge

Wanderung zur Bastei

Die Wanderung auf den Basteiberg startet direkt im Ort Rathen und nennt sich Basteiaufstieg. Relativ unscheinbar geht im Zentrum der Stadt rechts (Elbe geradezu) ein Weg zur Bastei ab. Nehmt vor dem Start nach oben unbedingt genug Wasser mit. Im Ort gibt es ein kleinen Laden wo Ihr Getränke bekommt. Gerade wenn die Sonne knallt würde ich euch raten mindestens 3 Liter Wasser für 2 Personen mitzunehmen. Oben bekommt Ihr natürlich auch was zu trinken dann aber für 3 € den halben Liter Wasser. Auf dem Weg nach Oben müsst Ihr etwa 200 Höhenmeter in ca. 60 Minuten überwinden die aber auf jeden Meter mit einer tollen Aussicht belohnt wird. Zuerst geht es durch ein Waldgebiet was wundervoll ist wenn die Sonne durch die Blätter scheint und vereinzelt Sonnenflecken auf dem Boden ankommen.

Start Wanderweg von Rathen zur Bastei
Start Wanderweg von Rathen zur Bastei
Basteiaufstieg durch den Wald
Basteiaufstieg durch den Wald

Tiedgestein-Aussicht

Der erste Aussichtspunkt auf dem Weg zur Bastei ist der Tiedgestein am Basteiberg. Ihr erreicht den Aussichtspunkt gegenüber vom Mönchs Kletterfelsen. Diesen könnt Ihr an der eisernen Mönchfigur erkennen. Von hier habt Ihr schon eine tolle Aussicht auf die Elbe und die Stadt Rathen. 1855 wurde auf den Stein die Inschrift „Zur Erinnerung an Tiedge, den Sänger der Urania“ eingehauen wodurch der Felsen sein Namen erhalten hat. Von hier aus starten auch einige Bergsteiger Ihre Klettertour.

Aussicht vom Tiedgestein
Aussicht vom Tiedgestein
Basteiaufstieg kurz vor der Ritterburg Neurathen
Basteiaufstieg kurz vor der Ritterburg Neurathen

Felsenburg Neurathen

Etwa 100 Meter vor der Basteibrücke befindet sich relativ unscheinbar durch Holzlatten versteckt die Ritterburg von Neurathen. Die mittelalterliche Felsenburg wurde 1289 zum ersten Mal benannt und wurde komplett aus Holz auf den Sandstein erbaut. Heute kann man davon kaum noch etwas sehen, dennoch lohnt sich ein Besuch auch wenn er Eintritt kostet.

  • Ritterburg Eintritt : 1,50 € Erwachsene / 50 Cent Kinder
  • Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 18 Uhr

Nachdem wir an der Kasse die Tickets geholt haben ging es über Stahlbrücken hinab zu den verschiedenen Sandsteinfelsen. Mit etwas Fantasie kann man erahnen wir die Burg früher einmal aussah. Das Beste an diesem Rundgang ist allerdings die Aussicht auf die Basteibrücke und den Sandstein Gebirge. Durch den verlangten Eintritt sind viel weniger Touristen da und man kann die Aussicht ohne Gedränge genießen. Ich würde euch daher ganz klar raten den kleinen Eintrittspreis in Kauf zu nehmen.

Eingang zur Felsenburg Neurathen
Eingang zur Felsenburg Neurathen
Unterwegs auf der Felsenburg Neurathen
Unterwegs auf der Felsenburg Neurathen

Die Basteibrücke

Die Brücke ist das beliebteste Ausflugsziel der Sächsischen Schweiz und diente schon vor 200 Jahren als Urlaubsziel in Reisebüchern. Die Brücke selber wurde erst Anfang des 18. Jahrhunderts aus Holz erbaut und etwa 30 Jahre später durch Sandstein ersetzt. Auch wenn wir relativ früh oben waren gab es schon einige Touristen. Das kommt dadurch, dass die Brücke über 2 Wege zu erreichen ist. Einmal über den Basteiaufstieg den wir genutzt haben und einmal über Bastei-Parkplatz der zwischen Lohmen und Rathewalde liegt. Allerdings muss ich sagen, dass von der Brücke aus selbst gar nicht so eine tolle Aussicht besteht. Dennoch sammeln sich alle Touristen dort und machen Fotos ohne Ende. Selbst der kleine abgehende Aussichtpunkt auf der Brücke ist nicht so besonders. Da gibt es bessere Positionen im Sandsteingebirge. Wer von der Felsenburg aus gekommen ist und über die Basteibrücke gelaufen ist sollte sich danach links halten und zum Aussichtspunkt “Basteiaussicht“ gehen.

Blick von der Basteibrücke auf Elbe
Blick von der Basteibrücke auf Elbe
Basteibrücke mit Blick auf Elbsandsteingebirge
Basteibrücke mit Blick auf Elbsandsteingebirge

Basteiaussicht

Die Basteiaussicht bietet den besten Aussichtspunkt zur Elbe über das Sandsteingebirge. Hier standen bei uns auch die meisten Reisengruppen wodurch es kaum möglich war an die Spitze der Plattform zu gelangen um ein gutes Foto zu erlangen. Nach etwas warten und drängeln ist es uns dann doch gelungen ans Geländer zu kommen. Es ist wirklich eine erstklassige Aussicht die sich zwar vom Tiedgestein her sehr ähnelt aber durch den höheren Standpunkt einen noch besser Überblick bietet.

Ausblick auf die Elbe von der Bastei-Aussichtsplattform
Ausblick auf die Elbe von der Bastei-Aussichtsplattform

Ferdinandstein Aussichtspunkt auf die Basteibrücke

Wer von der Basteiaussicht wieder zurückkehrt und die Brücke erreicht geht am besten direkt weiter zum Aussichtspunkt Ferdinandstein (nach der Brücke rechts). Diese Plattform ist noch kleiner aber bietet mit die beste Sicht auf die Basteibrücke. Ich würde euch raten die Plattform zum Nachmittag aufzusuchen da zum Morgen oder zum Mittag man hier Gegenlicht hat und die Aussicht nicht so toll ist wie am Nachmittag.

Blick auf Basteibrücke vom Weg des Ferdinandstein-Aussichtspunktes
Blick auf Basteibrücke vom Weg des Ferdinandstein-Aussichtspunktes

Naturschutz vom Basteigebirge

Zum Glück ist das Kerngebiet der Bastei unter Naturschutz. Das hat zum Beispiel verhindert, dass eine Seilbahn hoch zur Basteibrücke gebaut wird. Ich glaube das jedem die ca. 60 Minuten Fußweg gut tuen und auch für ungeübte zu schaffen sind. Wer auf den ausgeschilderten Wegen läuft darf von diese auch nicht abweichen. Es gibt vereinzelt Angestellte des Naturschutzbundes die dort langlaufen und das Gebiet kontrollieren. Gerade für die Touristische Entwicklung der Sächsischen Schweiz finde ich es wichtig das dies eingehalten wird und auch in 50 Jahren noch so wunderschön zu erleben ist.

Schwedenlöcher

Wer beim Rückweg noch genug Zeit hat sollte den Weg über die Schwedenlöcher nach Rathen wählen. Vom Felsplateau der Bastei geht es etwa in 1,5 Stunden über malerische Schluchten Richtung Rathen. Es sind sozusagen keine Löcher sondern kleine Berge wodurch man gehen kann. Diese sind durch Abtragungen des Sandsteines entstanden und bieten so ein wundervollen Wanderweg. Er war zwar 2013 kurz wegen runterfallenden Felsen gesperrt worden, konnte aber nach 6 Monaten wieder eröffnet werden. Ganz früher wurde Schlucht Blanker Grund genannt. Schwedenlöcher kommt von den schwedischen Kriegstruppen die damals den Ort Rathenwalde zerstört hatten wodurch sich die Einwohner in den Schluchten versteckt hatten.

Restaurants auf der Bastei

Direkt an der Basteibrücke gibt es die Möglichkeit im 2014 renovierten Panoramarestaurant zu speisen. Hier hat man direkt beim Essen eine angenehme Aussicht auf das Sandsteingebirge und der darunter verlaufenden Elbe. Allerdings ist das Restaurant eher was für Gutverdiener oder für Leute die sich etwas gönnen wollen. Die Preise pro Essen gehen hier ab 17 € los. Wer es etwas günstiger und einfach mag findet unterhalb des Restaurants ein gut laufenden In Imbiss-Stand der von Bockwurst bis zum Bier alles anbieten. Hier könnt Ihr für Speisen von 3 bis 8 € erhalten und Bier für ca. 4 € mitnehmen.

Imbiss-Stand an der Basteiaussicht
Imbiss-Stand an der Basteiaussicht

Das Bastei-Berghotel

Das Berghotel was Ihr direkt an der Basteibrücke findet ist das einzige Hotel im Gebirge. Wir waren einmal drin und haben uns das Hotel angeschaut. Es wirkt sehr altbacken bietet aber von Pool bis Fitnessraum alles was man sich wünscht. Mir ist es allerdings ein Rätzel warum man unbedingt dort oben Übernachten muss. Gerade bei den hohen Preisen.

Berghotel Bastei
01847 Lohmen/Bastei
Telefon: (03 50 24) 77 90
Email: info(at)bastei-berghotel.de
Zimmerpreise: Doppelzimmer ab 120 €/Nach in Hauptsaison

Bastei-Berghotel
Bastei-Berghotel

Zusammenfassung und Bewertung

  • Nehmt euch für Rathen etwas Zeit. Die Stadt ist sehr schön und liegt direkt am Wasser | 5 von 5 Sterne
  • Macht am Tiedgestein eine kurze Pause um zu verschnaufen und genießt die Aussicht | 3 von 5 Sterne
  • Die Felsenburg Neurathen ist ein kleiner Geheimtipp. Von hier habt Ihr eine andere Aussicht auf das Gebirge und die Brücke | 4 von 5 Sterne
  • Die Basteibrücke ist natürlich das Highlight auch wenn sie selbst relativ langweilig ist wenn man drauf steht | 4 von 5 Sterne
  • Die Basteiaussicht ist der beste Aussichtspunkt um Fotos vom Gebirge und der Elbe zu machen | 5 von 5 Sterne
  • Vom Ferdinandstein aus habt Ihr die beste Sicht auf die Brücke | 5 von 5 Sterne

Die Bilder geben schon ein tollen Eindruck aber auf folgenden YouTube Video habt Ihr das ganze noch einmal mit Tonspur:

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Bewertung der Reise-Erfahrungen & Insider-Tipps unserer Leser
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