Reisetipps

Die beste Kamera für Backpacker als Ratgeber mit Profi-Tipps

Wer als Backpacker auf Reisen geht, bekommt oft Orte, Landschaften oder Menschen zu sehen die den meisten Pauschaltourist vorenthalten sind. Genau diese Eindrücke sollten mit der richtigen Digitalkamera festgehalten werden. Ich bin seit über 10 Jahren Profi-Fotograf und war mit meinem Rucksack auf einigen Touren unterwegs wo ich die unterschiedlichen Kameras austesten konnte. Von diesen Erfahrungen lass ich euch teilhaben. Alles was ich im Internet zu dem Thema gefunden hatte war niederschmetternd. Viele Artikel wo man merkt, dass der Autor noch nie eine von den Kameras in der Hand gehabt hat und am Ende einfach nur ein Amazon-Link zum Geld verdienen hinwirft. Ich hoffe euch mit diesem Artikel etwas besser zu beraten.

Jeder geht bei den Kauf einer Kamera ganz anders heran und hat unterschiedliche Anforderungen für die Reise. Dennoch gibt es Faktoren die den meisten Backpackern gleich wichtig ist. Das sind folgende Merkmale:

  • klein und handlich
  • gute Bildqualität
  • viel Zoom
  • Full HD oder 4K Videoaufnahme
  • einfache Bedienung
  • weniger Anfällig auf äußerliche Einflüsse

Gleich zum Anfang sei gesagt, dass es leider nicht die “Eierlegende Wollmilchsau“ gibt. Dennoch gibt es für jeden die passende Kamera wenn man weiß, welche Eigenschaft ein am wichtigsten ist. In diesem Artikel gehe ich speziell auf handliche Kompaktkameras aus verschiedenen Preisklassen ein.

Warum Kompaktkameras für den Backpacker und keine DSLR oder Systemkamera ?

Die meisten Traveller die ich auf Reisen kennengelernt habe waren mit einer günstigen oder  mittelpreisigen DSLR unterwegs. Fragt man sie warum sie mit einer so großen Kamera unterwegs sind bekommt man immer die gleiche Antwort “Na ich will eine gute Bildqualität haben“. Dafür nehmen die Backpacker eine extra Kamera-Tasche mit Objektiven und mehr Gewicht in Kauf. Das dies seit einigen Jahren gar nicht mehr zutrifft wissen die meisten nicht. Die kleinen Taschenkameras haben heutzutage größere Sensoren, bessere Bildverarbeitungs-Prozessoren leistungsfähigere Objektive. Gerade als Backpacker will man nur das nötigste dabei haben und auf alles andere verzichten um mobil zu bleiben. Ich nenn euch mal 3 Entscheidende Beispiele wo eine 250 € Kompaktkamera besser oder gleich gut ist wie eine 400 € DSLR.

  • Fotos bei normalen Tageslicht sehen komplett gleich aus. Hier wird bei beiden Kameras mit ISO 100 und geschlossener Blende von ca. f8 fotografiert = gleiche Bildqualität
  • Videoaufnahmen in FullHD oder 4K gelingen mit einer Kompaktkamera besser da das Objektiv ein schnelleren und lautlosen Fokus hat = bessere Videos bei hoher Qualität
  • Mehr Zoom & Weitwinkel als bei den Einsteiger DSLRs wo nur ein 18-55mm Objektiv dabei ist

DSLR oder Systemkameras machen erst Sinn wenn man durch verschiedene Objektive neue Blickwinkel gewinnen will oder man weiß wie man manuell mit Blende, Belichtung & ISO-Werte umgehen muss. Ab einem Neupreis von ca. 1300 € (inkl. gutes Objektiv) bekommt man eine bessere Qualität hin als mit einer kleinen Kompaktkamera.

Mein TIPP! Kompaktkamera mit 1 Zoll Sensor für höchste Bildqualität

Meine absoluten Lieblinge unter den Kompaktkameras haben einen 1 Zoll Sensor und bieten sämtliche Features die man in einer kleinen Kamera verbauen kann. Vom neig oder schwenkbaren Touch-Display bis hin zum lichtstarken Objektiv haben die Cams alles was für ein starkes Bild von Nöten ist mit drin. Meine TOP 3 in der Kameraklasse sehen wie folgt aus:

  1. Canon PowerShot G7 X Mark II
  2. Sony Cyber-shot DSC-RX100 Mark V
  3. Panasonic Lumix DMC-TZ101

Aber nicht nur die Sensoren sind gegenüber herkömmlichen Kameras mehr als doppelt so groß. Auch die Objektive haben besondere Eigenschaften. Dies zeigt sich in der Lichtstärke von f1.8. Je kleiner die Blendenzahl ist desto mehr Licht kann auf den Sensor fallen und bessere Bilder bei schlechten Licht liefern. Was ich bei den Cams besonders klasse finde ist ein Weitwinkel von 24 bzw. 25mm nach Kleinbildrechnung. Dadurch kann man einen größeren Bildausschnitt aufnehmen und bekommt den Eindruck live dabei zu sein. Gerade für Landschaften macht sich eine kleine Brennweite bemerkbar. Ein Alleinstellungsmerkmal dieser Kameraklasse ist aber auch die RAW Aufnahme. Wo die meisten Kameras in JPEG aufnehmen, kann hier mit dem unkomprimierten Format aufgenommen werden was eine noch höhere und verlustfreie Bildqualität ermöglicht. Gerade für Profis die Ihre Bilder später nachbearbeiten wollen haben hier die größten Möglichkeiten das Beste aus den Bildern rauszuholen. Ein weiteres Feature was ich als Backpacker nicht mehr missen will ist die WLAN Verbindung zum Smartphone. Früher musste man umständlich über Adapter oder Notebook mit SD-Kartenleser die Bilder rüber ziehen um sie anzuschauen oder auf Facebook zu posten. Die WiFi Funktion macht dies überflüssig und so kann man die Bilder ganz einfach via WLAN zum Handy schicken und dann direkt ins Internet hochladen. Für die Kreativität werden wie auch bei der Canon oder Sony Kamera schweig- oder neigbare Displays verbaut wodurch ich schon einige erstklassige Bilder schießen konnte wo ich sonst kein Platz oder Einblick aufs Display hatte. Gerade bei Langzeitbelichtungen vom Boden aus oder der Kamerahalterung über Kopf will ich die Displayeigenschaft nicht mehr missen. Neben perfekten Videoeigenschaften wie bei der Panasonic DMC-TZ101  die mit bis zu 4K Aufnahmen auftrumpfen können gehören hohe ISO Zahlen von bis zu 25600 zur Standartausstattung.

Vorteile:

  • sehr hohe Bildqualität die einer mittelpreisiegen DSLR mithalten können
  • lichtstarke Objektive
  • Weitwinkel von 24mm (KB)
  • bewegliche Displays
  • klein und handlich

Nachteile:

  • sehr hoher Preis
TOP-Kamera doe Canon PowerShot G7 X
TOP-Kamera doe Canon PowerShot G7 X

Mittelklasse Kameras mit viel Zoom und guter Bildqualität

Am meisten werden die Kompaktkameras mit viel Zoom verkauft. Sie zeichnen sich besonders durch Ihren großen Funktionsumfang aus. Von kreativen Bildprogrammen direkt auf der Kamera bis hin zum Bildstabilisator haben die Cams alles an Bord. Bei Digitalkameras bis ca. 400 € habe ich folgende TOP 3 als Favoriten:

  1. Panasonic Lumix DMC-TZ91
  2. Nikon Coolpix A900
  3. Canon PowerShot SX730 HS

Die wohl größte Eigenschaft der Kameras ist der eingebaute sehr große optische Zoom. Mit einer Vergrößerung von bis zu 40-fach können Objekte herangeholt und fotografiert werden. Gerade bei Touren auf dem Wasser, im Dschungel oder in der Wildnis  ist er von  Vorteil und kann so einige Schnappschüsse ermöglichen wo andere noch Objektive wechseln müssen. Leider geht mit dem großen Zoom aber auch Lichtstärke verloren und somit Bildqualität bei wenig Licht. Für Fotos im dunklen Gegebenheiten sollte also unbedingt der interne Blitz genutzt werden. Wenn es um die Sensorgröße in der Mittelklasse geht sind fast alle mit einer Größe von 1/2,3″ ausgestattet. Das ist nicht besonders groß und kann bei schwachen Licht ohne Blitz schon schnell zum Bildrauschen führen. Wer aber hier meist mit Blitz fotografiert oder eher ein Sonnenscheinfotograf ist wird tolle Ergebnisse mit den Kameras erzielen. Neben den aktuellsten Anschlussmöglichkeiten wie HDMI können die geknipsten Bilder auch via Bluetooth oder WLAN aufs Smartphone verschoben werden. Videos können in einer hohen Qualität aufgenommen werden und reichen bei der DMC-TZ81 oder auch Nikon A900 bis zu 4K. Gerade bei aktuellen UHD-Fernsehern machen die Videos so richtig Spaß.

Vorteile:

  • hoher bis 40 facher optischer Zoom
  • Videoaufnahmen bis 4K
  • Viele Verbindungsschnittstellen wie WiFi oder Bluetooth

Nachteile:

  • kleine Sensoren und somit nicht für LowLight-Aufnahmen gedacht

Smartphone-Kamera oder Kompaktkamera bis 150 €? Was ist besser?

Immer öfters sehe ich Touristen oder Backpackers auf unseren Touren die Ihre Kompaktkamera gegen ein Smartphone getauscht haben. Aber liefern die kleinen eingebauten Smartphone-Kameras nicht eine schlechtere Bildqualität? Um dies zu testen habe ich mir mal die Bildqualität von einem Samsung Galaxsy S7,  iPhone 6S & Canon IXUS 180 angeschaut. Als erstes sei gesagt, dass sich die heutigen Smartphone-Cams sehr gut machen und gute Bildqualität liefern sowohl auf dem Handy selber als auch auf dem Monitor. Die bei Tageslicht gemachten Aufnahmen sehen in der Schärfe fast identisch aus. Einzig die Farben sind leicht unterschiedlich die aber je Hersteller und Einstellung generell anders sind. Erst wenn es ins Abendlicht geht und die Helligkeit abnimmt kann man leichte Unterschiede sehen. Hier arbeitet die günstige Kompaktkamera im hohen ISO Bereich besser und die Bilder wirken nicht so verrauscht und matschig wie beim Smartphone. Allerdings sind die Unterschiede für den Laien nicht so stark sichtbar. In Sachen Schärfe und Bildqualität können nach meiner Meinung die aktuellen TOP Smartphones sehr gut mit den günstigen Kompaktkameras mithalten. Wer also für einfache schnelle Schnappschüsse sich eine extra Kamera sparen will kann dies tun und zum Smartphone greifen.

Ein paar Vorteile bieten die günstigen Kompaktkameras aber auf dem Markt. Dies sieht man in den Objektiven. Ein Smartphone hat nur eine feste Brennweite und somit kein optisch Zoom. Gerade im Urlaub wenn man etwas näher aufnehmen will macht sich ein großer Zoom gut. Smartphones bieten hier nur ein digitalen Zoom an was die Megapixel-Zahl und so teilweise die Qualität verringert. Auch fällt die Startbrennweite eines Smartphones mit nur ca. 28mm größer aus als bei den Kameras wo der Weitwinkel bei 24mm liegt. Je geringer die Brennweite ist desto mehr bekommt man auf ein Bild rauf was gerade bei Landschaftsaufnahmen ein Vorteil ist. Ein sehr subjektiven Pluspunkt sehe ich auch in der Größe und Handling bei einer Kompaktkamera. Die Smartphones heutzutage sind so dünn und unförmig das sie für Fotos machen schlecht in der Hand liegen. Aber das ist auch Gewöhnungssache.

Fazit Smartphone vs. günstige Kompaktkamera: Wem es lästig ist eine extra Kamera mitzunehmen und eh keine großen Ansprüche hat sollte sich die extra 150 € für eine Budgetkamera sparen. Nehmt lieber das schon vorhandene Smartphone womit Ihr eine ausreichende Qualität erzielt. Wer doch etwas mehr Weitwinkel braucht und im Zoom flexibel bleiben will sollte hier zur Kompaktkamera greifen. Gerade bei Low-Light Aufnahmen im dunklen können hier leicht bessere Ergebnisse erzielt werden. Mein TIPP für Kompaktkameras bis 150 € wären diese:

  1. Canon IXUS 190
  2. Nikon COOLPIX A300
  3. Panasonic Lumix DMC-SZ10

Die Outdoor-Kamera als robuster und wasserfester Begleiter ?

Bei Backpacking-Touren geht es gern mal in staubige und nasse Regionen wo die gängigen Digitalkameras oft an die Grenzen kommen können. Dafür gibt es die oft beliebten Outdoor-Kameras die hier Abhilfe versprechen. Sie sind Wasserdicht und halten sowohl Schläge als auch staubige Landschaften aus. Aber wie sieht es hier mit der Bildqualität aus?

Nachdem ich 3 verschiedene Outdoor-Kameras zwischen 200 und 400 € getestet habe bin ich zum Ergebnis gekommen, dass sie leider für das Geld eine miserable Bildqualität abliefern. Die Bilder wirken matschig und man hat das Gefühl in ein Pixelbrei zu schauen. Schon ab ISO 200 ist das Rauschen deutlich zu sehen. Ich habe lang gerätselt woran dies liegen kann und bin am Ende auf das intern verbaute Objektiv gestoßen was bei einem optischen Zoom sehr komplex konzipiert werden muss und so an Bildqualität verliert. Warum allerdings die Sensoren sogar bei ISO 200 schon rauschen ist mir ein Rätsel. Sogar meine Smartphone-Kamera liefert bessere Ergebnisse. Noch schlimmer viel allerdings die Videoqualität in 1080p aus. Hier hatte selbst meine 6 Jahre alte Kompaktkamera bei 720p eine bessere Qualität abgeliefert.  Der einzige Vorteil den die Outdoor-Kameras bieten ist die Sturz- und Wasserfestigkeit. Sie sind fast unzerstörbar und haben dadurch ein Alleinstellungsmerkmal. Ich hab die Kameras für Schnorchelgänge und plantschen im Wasser verwendet. Dafür eignen sie sich auch perfekt. Für alle anderen Situationen hab ich dann auf meine DSLR und DSC-RX100 zurückgegriffen. Wer mit der Kamera also nicht  ins Wasser will oder eine Tour im Wüstensand macht kann sich die teure Anschaffung sparen und lieber auf andere von mir schon beschriebenen Modelle zugreifen. Hier ist das Geld besser angelegt. In einem weiteren Beitrag geh ich genauer auf Outdoor & Unterwasserkameras ein.

Vorteile

  • Wasserdicht
  • Stoßfest

Nachteile

  • schlechte Bildqualität
  • sichtbares Rauschen ab ISO 200
  • schlechtes Preis-/Leistungsverhältnis

Ein kleines Unpacking zu meiner Lieblingskamera findet Ihr auf folgenden YouTube Video:

Bewertung der Reise-Erfahrungen & Insider-Tipps unserer Leser
[Gesamt: 19 Durchschnitt: 3.8]

1 Comment

  1. Hallo,
    ich staune immer wie viel Reisegepäck so durch die Welt transportiert wird.
    Als Kamera für den Notfall nehme ich das Smartphone und zu Sicherung der Fotos die Cloud.
    Gruß Paul.

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