Reiseberichte Ungarn

Budapest Reisebericht vom Wochenendtrip

Die Hauptstadt liegt direkt an der Donau und ist mit seinen 1,7 Mio Einwohnern die größte Stadt Ungarns. Da wir beruflich sehr eingespannt waren, hatten wir uns entschieden ein Stadttrip übers Wochenende zu machen. Nach kurzer Google Suche was Europa noch so zu bieten hat, sind wir relativ schnell auf Budapest gestoßen. Hier gibt es den perfekten Mix aus Sehenswürdigkeiten und romantischen Abenden zu erleben. Normalerweise buchen wir unsere Kurztrips eher Backpacker mäßig spontan und suchen uns Anfahrt + Hotel einzeln zusammen. Durch eine 100 € Gutscheinaktion von “ab in den Urlaub“ hatten wir uns dann aber für eine einfache und günstige Lösung der Pauschalreise entschieden. Insgesamt waren wir 2,5 Tage in Budapest und konnten uns so den besten Sehenswürdigkeiten der Stadt widmen. In den folgenden Reisebericht werde ich euch mitnehmen auf eine lebhafte und zu gleich romantische City-Tour.

Anfahrt

Die Stadt liegt knapp 900 km von Berlin entfernt. Aus dem Grund ist die Entscheidung mit der Bahn oder Bus anzureisen für uns schon ausgefallen. Per Bahn würde die Tour mindestens 12 Stunden und mit dem Bus 13 Stunden dauern was für ein Wochenende mehr als unrealistisch ist. In unseren Paket war ein Air Berlin Flug mit enthalten, so dass wir innerhalb 1,5 Stunden von Berlin Tegel nach Budapest Airport (BUD) geflogen sind. Wer von Berlin fliegt kann aber auch schon für 27 € mit easyJet anreisen.

Sobald Ihr angekommen seid könnt Ihr ganz entspannt per Bus & Bahn zu Innenstadt weiterfahren. Die Tickets sind hier sehr teuer. Ihr müsst mit etwa 1 200 HUF rechnen was 4 € pro Person und fahrt ist. Viel günstiger kommt Ihr mit der Budapest Card. Mit dieser Karte könnt Ihr ganz tägig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und bekommt sogar Rabatt bei verschiedenen Musen und Sehenswürdigkeiten. Die sind hier wie folgt:

  • 24 Stunden Karte für 17 € pro Person
  • 48 Stunden Karte für 27 € pro Person
  • 72 Stunden Karte für 33 € pro Person

Nachdem wir im Hotel angekommen sind ging es direkt raus um den ersten Eindruck von der Stadt zu bekommen.

Kettenbrücke

Die 1849 fertigerstellte Brücke ist die älteste der 9 Budapester Brücken. Die Hängebrücke war die erste Brücke die beide ehemaligen getrennten Städte Buda & Pest verband. An beiden Enden wird man von Löwenstatuen begrüßt die nach dem 2. Weltkrieg wieder mit restauriert wurden. Die Brücke bietet den schnellsten und besten Weg zum Burgberg oder zur Fischerbastei.

TIPP! Geht am Tunnel auf der Budaer Seite zu Fuß hinauf. Von dort habt Ihr eine tolle Aussicht auf die Brücke und der Donau.

Kettenbrücke auf dem Weg zum Burghügel
Kettenbrücke auf dem Weg zum Burghügel
Kettenbrücke bei Nacht
Kettenbrücke bei Nacht

Fischerbastei & Burghügel

Die Bastei von Budapest ist ein sehr künstlerisches Monument was auf den Burgberg errichtet wurde. Sie wurde auf den ehemaligen Fischmarkt von Buda erbaut und diente als Stadtmauer und Aussichtsterrasse. Am besten erreicht Ihr den Platz zu Fuß von der Kettenbrücke aus oder nutzt Seilbahn wofür Ihr etwa 3 € (1000 HUF) p.P. Ob angekommen habt Ihr eine tolle Aussicht über Budapest und der Donau. Auf dem Gelände stehen viele konische Türme die den Zelten Ungarn nachempfunden sein sollen. Alles bietet tolle Fotomotive besonders bei Sonne. Direkt auf der Bastei findet sich die Matthiaskirche. Sie wurde 1015 erbaut und ist als UNESCO Weltkulturerbe die bekannteste Kirche in Budapest.

  • Öffnungszeiten: Mo bis Fr 09.00-17.00 Uhr / Sa 09.00-12.00 Uhr / So 13.00-17.00 Uhr
  • Eintrittspreise: kostenlos
  • Adresse: Budapest, I. Szentháromság tér 2 , Hungary
  • Internetseite: matyas-templom.hu

Am Eingang zur Kirche versammeln sich sehr oft Reisegruppen wie auch bei uns. Es waren so viele Leute, dass wir uns unbemerkt dazugestellt hatten und somit eine kostenlose Rundführung für den Burgberg bekommen haben.

Aussicht auf die Fischerbastei
Aussicht auf die Fischerbastei
Matthiaskirche auf der Fischerbastei
Matthiaskirche auf der Fischerbastei

Parlamentsgebäude

Das Parlament ist wohl die beliebteste Sehenswürdigkeit von Budapest. Von außen gesehen kann ich das nachvollziehen. Das Gebäude ist nicht zu übersehen und ist wirklich sehr prunkvoll erbaut. Leider hatten sie den ganzen Vorplatz komplett ausgehoben wo wir da waren. Um rum also nur Baustelle. Dennoch haben wir an einer Rundführung teilgenommen.

  • Tägliche Rundführung auf Deutsch um 10.00, 13.00 und 14.00 Uhr
  • Eintrittspreis: 7,15 € (2000 HUF) pro EU Bürger (Alle Anderen zahlen das doppelte)

Gerade zur Hochzeit im Sommer würde ich euch raten mindestens 24 Stunden vor der Tour eine Karte zu kaufen. Diese bekommt ihr am Parlament oder online. Direkt zum Start der Tour wurde klar, dass das Parlament nicht nur von außen mächtig ist sondern auch von innen mit folgenden Zahlen beeindrucken kann:

  • 10 Innenhöfe
  • 13 Aufzüge
  • 27 Eingänge
  • 29 Treppenhäuser
  • 691 Räume

Der Rundgang an sich war ganz interessant und die Räume wirklich toll gestaltet. In den 50 Minuten gab es aber so viel Zahlen und geschichtliche Informationen, dass ich irgendwann abgeschaltet hatte.

Parlamentsgebäude bei Nacht
Parlamentsgebäude bei Nacht
Parlamentsgebäude von innen
Parlamentsgebäude von innen

Margareteninsel

Die Insel liegt in Mitten der Donau und wird als grüne Lunge der Stadt gesehen. Sie ist über die Árpádbrücke & Margaretenbrücke zu Fuß oder per Bus & Bahn zu erreichen. Die 2,5 km lange Insel kann per Fuß oder Bus erkundet werden. Wir hatten genug Zeit und konnten entspannt per Fuß alles erlaufen. Wir haben viele Jogger oder Familien gesehen die Ihr Wochenende dort verbracht haben. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind die verschiedenen Parkflächen, das Zentenariumsdenkmal und der im Westen liegende Wasserturm. Ich kann euch sehr raten den etwas längeren Weg zum Wasserturm zu machen. Er belohnt euch mit einer tollen Aussicht über die Insel. Direkt unter dem 57 Meter hohen Turm ist eine Freilichtbühne wo Ihr auch was Essen könnt. Wir hatten uns Sandwiches mitgenommen und entspannt im Park gegessen.

Parkgelände der Margareteninsel
Parkgelände der Margareteninsel
Wasserturm im Westen der Insel
Wasserturm im Westen der Insel
Margaretenbrücke bei Nacht
Margaretenbrücke bei Nacht

Thermalbäder

Budapest ist bekannt für seine Thermen und somit die größte Kurstadt Europas. Sie dienen zum perfekten Ausgleich nach einem hektischen Sightseeing-Tag. Die 120 heißen Quellen speisen 21 Bäder. Wer glaubt, dass es sich hier um hochmoderne Spaßbäder handelt liegt falsch. Die meisten Thermen beinhalten historische Bauwerke und bieten so ein besonders römisches und türkisches Flair. Wir waren in den aus unserer Sicht 5 wichtigsten Heilbädern.

Király-Bad

Das Király-Heilbad ist über 400 Jahre alt und wurde nach dem 2. Weltkrieg renoviert. Hier handelt es sich um ein türkisches Bad was in einem naja eher alten Zustand ist. Modern ist hier gar nix. Wir waren eine Morgen da was wohl ein Fehler war. Es gab viele alte Männer die in dem einzigen Heilwasserbecken saßen. Wir waren die ein zigsten unter 30 was schon komisch war. Dennoch hat das Bad ein richtig cooles Feeling. Weit weg von aktuellen Spassthermen.

Rudas-Bad

Das 450 Jahre alte Rudas-Heilbad liegt direkt an der Donau und wurde 2005 renoviert. Dennoch hat man das Gefühl wie vor 4 Jahrhunderten nach türkischer Art zu baden. Wir waren zum Abend da wo sehr viel Besucher waren. Das Hauptbeckern was von 4 Nebenbecken begleitet ist war allerdings sehr groß wodurch alle Ihren Raum hatten. Neben modernen Sanitäreinrichtungen gibt es auch ein Ruheraum. Hier hatten wir uns am wohlsten gefühlt und hätten noch Stunden verbringen können.

Das Hauptbecken des Rudas-Bad
Das Hauptbecken des Rudas-Bad

Gellért-Bad

Das Gellért-Heilbad ist im Jugendstill erbaut und hat eher ein Hallenbad-Charm. Hier gibt es viele Becken wo unterschiedlichen Therapien angeboten werden. Es gehört mit zu den größten Bädern in der Stadt so dass wir auf einige Touristen gestoßen sind. Gegenüber den anderen Bädern hat uns hier das gewisse etwas gefehlt.

Lukács-Bad

Im Lukács-Heilbad gibt es insgesamt 8 Becken die sowohl innen als auch außen gelegen sind. Die im Inneren sind leider etwas runtergekommen und bräuchten eine Renovierung. Hier waren wir erstaunlicherweise relativ alleine obwohl es das beliebteste Bad in Budapest sein soll.

Széchenyi-Bad

Das Széchenyi-Heilbad gehört mit zu meinen Favoriten. Europas größter Badekomplex wurde Ende des 18 Jahrhunderts erbaut und nach und nach erweitert. Heute beherbergt das Bad 3 Außenbecken und 12 Innen-Becken. Allein die Umkleidekabinen sind sehenswert. Sie wurden im Kreisförmigen Gebäude untergebracht und haben direkt Lust auf das Bad gegeben. Hier findet wirklich jeder etwas zum Entspannen. Die verschiedenen Innenbäder sind jeweils räumlich getrennt und unterscheiden sich in Art und Weise. Wer als Familie nach Budapest fährt muss hier ein klaren Halt machen. Die perfekte Tagesbeschäftigung für Kind und Kegel. Als Pärchen fehlte uns aber ein wenig die Romantik.

Széchenyi-Bad im freien
Széchenyi-Bad im freien
Umkleidekabinen vom Széchenyi-Bad
Umkleidekabinen vom Széchenyi-Bad

Felsenkrankenhaus und Atombunker

Das 2008 zum Museum eröffnete Hospital in the Rock, was in der Nähe des Burgberges ist, bietet eine sensationelle Geschichte. Alles wirkt wie vor knapp 70 Jahren wo das Krankenhaus erbaut wurde. Unsere Führerin konnte seht gut das damalige Leben der Patienten und Angestellten erläutern. Ein riesiges Labyrinth im Berg was die damaligen verletzten Soldaten vor weiteren Angriffen schützen sollte als sie verarztet wurden. Teilweise wurden dort bis zu 600 Menschen behandelt obwohl es nur für 300 gebaut worden ist. Dies hat dazu geführt, dass Essen sowie Wasser knapp wurden und die Menschen so an den schlechten hygienischen Zuständen gestorben sind. Die ganze Ausstellung ist sehr gut gemacht und man hat das Gefühl, als ob gestern noch operiert worden wäre.

Eingang zum Felsenkrankenhaus
Eingang zum Felsenkrankenhaus

Große Synagoge

Die größte Synagoge Europas wurde 1859 erbaut und bietet mit über 3000 Sitzplätzen Raum für die jüdische Gemeinde von Budapest. Was von außen relativ unscheinbar und modern aussieht, beeindruckt im inneren umso mehr. Viel dunkles Holz mit Verzierungen und doppelten Emporen. Hier solltet Ihr auf jeden Fall einmal reingeschaut haben. Direkt am Gebäude findet Ihr auch noch ein jüdisches Museum was zur Synagoge gehört. Hier ist der Eintritt kostenlos und man kann die Geschichte der in Pest lebenden Juden etwas genauer beleuchten. Wir sind aus Zeitmangel hier relativ schnell durchgelaufen aber wer sich für die Geschichte interessiert sollte etwas Zeit mitbringen.

Innenansicht der großen Synagoge
Innenansicht der großen Synagoge

Heldenplatz

Unsere letzte Station auf der Reise war der in Pest liegende Heldenplatz mit seinem umgebenen Kolonaden. Auf dem Platz selber hebt sich das Millenniumsdenkmal & Heldendenkmal besonders hervor. Der Platz wurde nach 30 jähriger Bauzeit 1929 eröffnet und soll die Helden der ungarischen Geschichte ehren. Links und rechts vom Platz sind 2 Museumsgebäude gebaut wurden die auch aktuell zu besuchen sind. Durch die Budapest Card konnten wir vergünstigt in das Museum der Bildenden Künste gehen und dadurch vom schlechten Wetter verschnaufen. Die Ausstellung selber zeigt verschiedene Arten an Kunst. Da es draußen geregnet hatte war das für uns ok. Extra Zeit hätten wir aber bei sonnigen Wetter dafür bestimmt nicht eingeplant.

Heldenplatz mit Heldendenkmal
Heldenplatz mit Heldendenkmal

Zusammenfassung und Bewertung

  • Die Kettenbrücke sollte man auf dem Weg nach Buda auf jeden Fall einmal überqueren. Ein tolles Bauwerk besonders bei Nacht. | 4 von 5 Sterne
  • Die Fischerbastei selber bietet ein tolles Panorama und von hier aus habt Ihr eine tolle Übersicht über Pest | 5 von 5 Sterne
  • Auf der Bastei liegt die Matthiaskirche wo sich ein Einblick lohnt aber keine Besonderheiten auftuen | 3,5 von 5 Sterne
  • Das Parlamentsgebäude ist von außen beeindruckender als von Innen. Spart euch die Zeit | 2 von 5 Sterne
  • Wer vom Sightseeing eine Pause braucht ist auf der Margareteninsel genau richtig. Hier gibt es viel Erholung im grünen | 4 von 5 Sterne
  • Ein Muss sind die Thermalbäder. Wer nicht genug Zeit für alle hat sollte zumindest einmal im Rudas-Bad entspannen | 5 von 5 Sterne
  • Das Felsenkrankenhaus ist als Museum sehr gut gestaltet. Hier wird einem nicht langweilig. Sogar ich als Museumsmuffel hatte Spaß | 4 von 5 Sterne
  • Die Große Synagoge ist Architektur technisch ganz nett anzusehen. Wer beim Wochenendtrip aber wenig Zeit hat, verpasst nichts wenn er hier kein Stopp macht | 2 von 5 Sterne
  • Am Heldenplatz lohnt sich auf jeden Fall ein Stopp. Das Heldendenkmal und die Umbauten sind schick anzusehen. Das Museum kann man sich aber klemmen | 4 von 5 Sterne

Ein beeindruckendes YouTube Video mit den besten Bildern der Stadt findet Ihr hier:

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Bewertung der Reise-Erfahrungen & Insider-Tipps unserer Leser
[Gesamt: 10 Durchschnitt: 4.2]

2 Comments

  1. Bei mir und meiner Frau ist die Budapest Reise schon ein Weilchen her. Aber an das Rudas Bad können wir uns sehr gut erinnern. Dort gibt es ein ganz besonderes Badeerlebnis. Man fühlt sich wie vor 400 Jahren und taucht in eine ganz andere Welt ab. Alle anderen Bäder waren für uns eher nix. Wir waren damals zur Hochzeitsreise in Budapest und hatten ganze 10 Tage in der Stadt. Somit hat man mehr Zeit für die ganzen Sehenswürdigkeiten. Wenn ich mir vorstelle, dass ganze innerhalb eines Wochenendes zu machen, würde ich mich nur gehetzt vorkommen und könnte das ganze gar nicht genießen. Die Preise haben auch ordentlich angezogen in den letzten Jahren. Ich kann mich erinnern für den Eintritt ins Rudas-Bad damals 1500 Ft bezahlt zu haben. Heute ist es glaube das doppelte. Für europäische Verhältnisse aber immer noch günstig.

    Das Video auf der Seite gefällt mir. Wirklich toll was heutzutage alles mit der Technik möglich ist. Wir haben damals noch Papier-Bilder gemacht die in der Qualität natürlich nicht mit diesen mithalten können. Tolle Erinnerungen bleiben es aber.

  2. Was für eine geile City. Ich habe gerade eine 1 wöchige Tour mit meinem süßen in Budapest gebucht. Jetzt brauchen wir noch Tipps und sind auf deine Seite gestoßen. Sehr hilfreich was es so alles zu sehen gibt. Dass es so viele Thermen gibt wusste ich gar nicht und freu mich umso mehr auf den Urlaub.

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