Marokko Reiseberichte

Merzouga Reisebericht mit Erg Chebbi Wüsten-Tour vom Sahara-Camp

Wer in Marokko mehr als nur am Strand liegen will hat die einmalige Möglichkeit Sahara-Sand unter den Füßen zu bekommen. Ein Eingang zur Sahara bietet der Ort Merzouga wovon Wüsten-Touren in die bekannte Erg Chebbi führt. Im Verlauf unserer Marokko-Rundreise durften wir 2 Tage in der abenteuerlichen Wüste verbringen. Was wir für Erfahrungen dabei gesammelt haben und was es an Sehenswürdigkeiten dort gibt, versuchen wir in folgenden Reisebericht euch näher zu bringen.

Der Weg in die Wüste über Rissani

Am Anreisetag hatten wir ganze 300 km Weg vor uns. Wir sind von Agdz gekommen und haben zur Mittagszeit einen ausgiebigen Stopp in Rissani zum Mittagessen eingelegt. Bei Rissani handelt es sich um eine Oase die früher ein sehr wichtiges Handelszentrum war. Aber auch heute bestimmt der Handel das geschehen. Nach einem lecken Mittagessen in einem kleinen Restaurant an der Straße haben wir uns den afrikanischen Markt der Stadt angeschaut. Dort kauften wir auch direkt ein Sahara typischen Berber Turban für wenige Euro um uns vor der starken Sonnen zu schützen.

Einige Touristen oder Backpacker starten direkt von hier ihre Erg Chebbi Tour auch wenn es noch ca. 50 km bis dahin sind. Wir sind zum besten Startpunkt Merzouga weitergefahren und haben vom weiten immer deutlicher die großen Dünen der Wüste ausmachen können.

Zwischenstopp in Rissani

Ankunft in Merzouga

In Merzouga angekommen fanden wir eine typische kleine Wüsten-Stadt vor. Kleine eingeschossige Häuser, ein paar Berber auf der Straße und alles läuft ganz entspannt. Man merkt das die Stadt oder sagen wir mal Dorf vom Tourismus lebt durch das Hotel & Touren Gewerbe. Es sind einige Kamelherden am Stadtrand zu beobachten die auf Dünen-Touren warten. Bei der Ankunft im Hotel war uns aber schon relativ schnell klar, dass es außerhalb nicht viel zum Erkunden außer Wüstensand gibt. Alles ist als Durchgangsstation zur Erg Chebbi-Wüste ausgelegt.

Anfahrt auf Merzouga mit Erg Chebbi Wüste im Hintergrund

Quad fahren auf den Merzouga Sanddünen

Da wir schon gegen 14 Uhr in Merzouga angekommen sind, fragten wir unseren Fahrer was man evtl. noch in der Zeit machen könnte. Er hat und den Tipp einer Quad-Tour zum Sonnenuntergang gegeben was wir auf Anhieb cool fanden und machen wollten. Da die Aktivität nicht in unserer Rundreise dabei war, hatten wir hier pro Person und Quad umgerechnet 45 € bezahlen müssen. Nicht gerade wenig für eine 90 Minütige geführte Tour aber ok für das einmalige Erlebnis.

Start unserer Quad-Tour von Merzouga aus

Wir sind direkt 17:30 von Merzouga aus gestartet und waren nur 10 Minuten später schon voll in den Sanddünen der Erg Chebbi Wüste. Auch wer noch nie damit gefahren ist kommt schnell mit den automatisch schaltenden Quads zurecht. Einfach nur Gas geben und Spaß haben. In den ersten 30 Minuten geht es durch relativ kleine Dünenhügel um das Gefühl für den Sand und dem Quad zu bekommen. Direkt danach führte uns der Guide zu den großen Sanddünen wo wir mit Vollgas hoch sind. Ein riesen Spaß! Oben angekommen gab es eine kleine Pause und wir haben die Aussicht genossen. Um uns rum nix außer Sand und von Merzouga war weit und breit auch nix mehr zu sehen. Wir waren regelrecht verloren in der Sahara.

Am Rande von Erg Chebbi bei Merzouga
Quad-Tour durch die Sahara in Erg Chebbi

Weiter ging es mit den Quads zu einem kleinen Berber-Zelt am Rand der Wüste. Auch dort ein kurzen Foto-Stopp bevor es zum Sonnenuntergang weiterging. Das Licht färbte den Sand immer röter und es ging teilweise stark hoch und runter in der Wüste. An unserer letzten Station angekommen, beobachteten wir von den Quads auf einer hohen Düne aus den Sonnenuntergang. Es fehlte nur noch das Bier dazu. Als die Sonne unten war ging es dann zurück zum Hotel.

Tour- & Fotopause am Berber-Zelt

Mit Kamel durch die Erg Chebbi Wüste

Nachdem wir eine Nacht in Merzouga verbracht haben ging es am frühen Morgen gegen 10 Uhr zu den Kamelen die uns zum Wüsten-Camp bringen sollten. Wir sattelten auf und hatten uns langsam auf den Weg gemacht. Wir waren die einzigsten auf der Tour und waren komplett allein auf unseren Weg. Die Sonne knallte und es wurde immer heißer. Unterwegs gibt es regelmäßig kleine Pausen die auch nötig sind. Als ungeübter Kamelreiter tat uns mit der Zeit schon der Arsch ordentlich weh. Es bietet sich in der Wüste ein atemberaubendes Bild  mit den Kamelen. Nach einer Weile Wüste pur konnte man aus der Ferne schon vereinzelte kleine Zelt-Camps sehen. Auch wenn 90 Minuten nicht viel sind sollte man genug Wasser mit dabei haben. Die Sonnen zeigt schon zum Morgen ihre ganze Kraft. Auch der in Rissani gekaufte Berber-Turban war Goldwert und wurde uns professionell von unseren Kamelführer gebunden.

Pause beim Kamelritt in Erg Chebbi

Im Wüsten-Camp angekommen waren wir die einzigsten vor Ort. Wie schon bei unserer ganzen Rundreise haben wir nur sehr wenig Touristen gesehen, obwohl wir Ende März hatten und so langsam die Hauptsaison begann. Er später sind weitere Touristen mit Jeep dazugekommen. Warum man die Tour zum Camp lieber mit Jeep als mit den Kamelen macht ist mir ein Rätsel. Das Kamelreiten und der Blick in die Wüste gehört ganz klar zum Sahara-Erlebnis dazu.

Ankunft in der Sahara

1 Tag & Nacht im Berber Wüsten-Camp

Da wir schon zum Mittag im Camp angekommen sind hatten wir viel Zeit das Beduinen-Camp und die Umgebung zu erkunden. Als erstes durften wir ein Zelt im Camp für die Nacht aussuchen und uns einrichten. Die Zelte sind mehr als einfach eingerichtet. Es steht ein Bett drin und es gibt Strom für Licht. Das war es dann auch. Aber mehr als schlafen soll man dort ja auch nicht. Die europäisch gehaltene Gemeinschaftstoilette ist wenige Meter vom Camp entfernt und mit Fließend Wasser ausgestattet. Also kein Loch im Boden “Juhuuu“.

Unser Wüsten-Camp in Erg Chebbi
Ein langer Weg zur Toilette für uns…

Da der Camp-Koch keine Arbeit hatte wurden wir direkt gefragt ob wir was essen wollten. Wir begrüßten das und haben ein sehr leckeres Berber-Omelette mit frischen Salat bekommen. Bei ganzen 35 Grad zum Mittag hin, waren wir über jede kleine Pause im Schatten dankbar. Nach der Stärkung sind wir um und auf die Dünen geklettert. Die im Camp befindlichen Snowboards haben wir dann direkt auf dem Wüstensand getestet. Selbst als nicht Snowboarder hat man den dreh schnell raus und fährt rasant die Düne runter. Hier sollte man aber vorsichtig sein da man sich schnell die Füße und knie verdrehen kann.

Wir versuchen uns im Sandboarding

Zum Sonnenuntergang ging es dann auf die große Düne vor dem Camp. Von oben hat man eine traumhafte Aussicht über die Erg Chebbi und das Camp. Was von unten nicht schwer aussieht stellt sich auf dem Weg als Hochleistungssport heraus. Der Sand unter den Füßen fließt wie Wasser darunter hinweg und man hat das Gefühl kaum vorwärts zu kommen. Auf der Spitze des großen Dünenhügels angekommen erblickte uns dann eine traumhafte Wüstenlandschaft beim Sonnenuntergang. Wir haben zwar länger gebraucht als gedacht und dabei 2 Liter Schweiß verloren aber als dies hat sich gelohnt.

Sonnenuntergang vom Dünenhügel aus
anderes Zeltcamp bei Wanderung auf den Dünen

Zum Abend hin hat sich das Camp mit weiteren Gästen gefüllt wodurch wir am Ende etwa 9 Personen waren, auch wenn das Camp für viel Mehr ausgelegt ist. Es gab zum Abendessen leckere marokkanische Küche in Form von verschiedenen Tajinen. Direkt danach saßen wir alle am Lagerfeuer im Sand und die Berber vom Camp haben uns mit trommeln ein musikalischen Wüstenabend beschert. Danach sind wir noch etwas durch die Wüste gelaufen, die selbst bei Nacht durch den Mond erstaunlich hell ist. Es bietet sich ein beeindruckender Sternenhimmel. Wir lagen im Sand und haben die verschiedenen Sternenbilder beobachtet die man von Europa kaum sehen kann.

Lagerfeuer im Erg Chebbi Wüsten-Camp mit Unterhaltung

Die Nacht selber war sehr kalt. Die Temperaturen sind im März deutlich unter 10 Grad gefallen und wir haben sogar leicht gefroren. Dafür ist es super ruhig in der Nacht. Das einzigste was man hört sind die ums Camp laufende fressenden Kamele. Aus hygienischen Gründen würden wir euch raten auf den Betten ein Seidenschlafsack bzw. Seideninlett zu nutzen. Die Beduinen-Zelte haben verständlicherweise keinen 4 Sterne-Hotel Standard.

Sonnenaufgang über der Sahara

Am nächsten Morgen hieß es für uns früh aufstehen. Um 5 Uhr war die Nacht für uns vorbei. Es sollte zum Sonnenaufgang auf die gleiche Düne gehen wie zum Sonnenuntergang den Tag davor. Mit viel Respekt und etwas Müdigkeit machten wir uns aufn Weg zum Gipfel. Wir wurden um 6 Uhr mit traumhaften Licht über die Sahara überrascht, was um einiges besser war als beim Sonnenuntergang. Die meisten Camp-Besucher bleiben allerdings im Zelt oder bewegen sich nur wenige Meter auf die Düne und geben auf dem halben Weg nach oben auf. Schade von oben hat man die beste Aussicht. Nachdem die Sonne da war gab es unsere Belohnt, das Frühstück im Camp. Direkt danach ging es wieder mit den Kamelen Richtung Merzouga.

Sonnenaufgang über Erg Chebbi
Auf dem Weg vom Sonnenaufgang zum Beduinencamp
Der Weg zurück nach Merzouga in der Kamelkarawane

Essen wie bei den Berbern

Das Essen in der Wüste ist typisch marokkanisch und hat einen Einfluss von den Berbern der Region. So gab es bei uns zum Mittag einen frischen Salat mit Reis und einem Berber-Omelett. Dazu noch ein knuspriges Fladenbrot. Das ganze passte sehr gut da es nicht zu schwer ist und einfach lecker war. Zum Abend haben uns die Köche verschiedene Tajinen mit Hähnchen und Kefta vorbereitet. Kefta sind Hackfleischbällchen mit Ei & einer Tomatensoße. Traditionell gibt es dazu noch viel Reis und frisches Brot. Als Getränke gab es dann Wasser & Softdrinks wie Cola. Bier ist wie in ganz Marokko nicht zu bekommen, da Alkohol nach ihrem Glauben verboten ist.

Berber-Omelett mit Salat zum Mittag
Frühstück im Ksar Bicha vor dem Wüstenritt

Erg Chebbi oder Erg Chegaga?

Die Frage die wir uns vor der Marokko Rundreise gestellt haben war: Welche von den verschiedenen Wüsten des Landes sollen wir uns anschauen? Die größten und bekanntesten mit Erlebnis-Faktor sind die Erg Chebbi und die Erg Chegaga Wüste. Beide haben ihre Vor- & Nachteile, sind aber für sich selber spektakulär. An folgenden Punkten könnt ihr die Unterschiede sehen:

Eigenschaft Erg Chebbi Erg Chegaga
Anreise gut erreichbar schwer erreichbar
Dünenhöhe bis 160 Meter hoch bis 120 Meter hoch
Wüstengröße klein größer
Camps groß für bis zu 20 Personen klein für bis zu 8 Personen
Tourismus mehr Touristen weniger Touristen
Erlebnis Berber authentisch / mehr Aktivitäten kaum authentisch / weniger Aktivitäten

Da Erg Chebbi viel besser und effizienter in unsere Rundreise integriert werde konnte, haben wir uns für diese entschieden und nicht bereut. Auch wenn Erg Chebbi viel Mehr Touristen haben soll haben wir davon nicht viel gemerkt.

Wüsten-Packliste: Was ihr in der Wüste unbedingt mitnehmen müsst!

Auch wenn man nur 1 Tag oder Nacht in der Wüste verbringt, sollte man auf die Tour vorbereitet sein. Es herrschen andere Unterkunft-Standards, andere Temperaturen oder Winde. Es muss auch bedacht werden, dass man keinen großen Reisekoffer mitnehmen kann. Auf dem Kamel hat man nur ein Ruckack dabei. Aus den Gründen muss man eine genaue Auswahl treffen und sollte folgende Sachen auf der Tour nicht vergessen:

  • Berber-Turban
  • Sonnencreme
  • Sonnenbrille
  • Lange Kleidung gegen kleine Sandstürme
  • Warme Kleidung für die Nacht
  • Seidenschlafsack bzw. Seideninlett
  • Taschenlampe
  • Reiseapotheke

Wie kann es weiter gehen?

Merzouga liegt verkehrstechnisch sehr gut und ist daher auch ein beliebtes Ziel für Marokko Rundreisen. Unsere Tour ging danach ganze 330 km weiter über Erfoud – Tinerhir – Boumalne du Dadès bis hin zu Skoura. Direkt nach Merzouga konnten wir uns im Ort Fezna auch die unterirdischen Wasserleitungen sowie Wasserlöcher anschauen die das Wasser aus den Bergen bis zum Ort geleitet haben. Auf dem Weg gibt es aber auch weitere zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie die Todraschlucht, das Tal der Rosen und einige kleine Oasen.

Oase bei Boumalne du Dadès

Zusammenfassung & Bewertung

  • Macht bei der Anfahrt ein Stopp in Rissani und geht auf den großen Markt
  • Erwartet von Merzouga nicht zu viel und plant nicht zu viel für den Ort ein
  • Macht vor der Chebbi-Wüste unbedingt eine Quad-Tour durch die Sanddünen
  • Reitet auf dem Kamel bis zum Camp und nehmt kein Jeep!
  • Geht auf Nachtwanderung und beobachtet den einmaligen Sternenhimmel
  • Genießt den Sonnenaufgang und steigt die Dünen bis zum Gipfel hinauf
  • Probiert unbedingt das traditionelle Berber-Essen im Camp
  • In der Nacht ist es sehr kalt… nehmt warme und lange Klamotten mit
  • Das Camp ist sehr einfach gehalten. Wir haben mit einem Seidenschlafsack entspannter geschlafen

Erg Chebbi ist ein beeindruckendr Ort der viele Erlebnisse & Aktivitäten zu bieten hat. Ein Eindruck davon seht ihr in folgenden YouTube Video:

[Gesamt:2    Durchschnitt: 5/5]

2 Comments

  1. Hallo, wir würden gerne wissen was Euch die Nacht in der Wüste gekostet hat? Liebe Grüße Stefanie und Sascha

    1. Hallo Stefanie und Sascha,

      vielen Dank für eure Anfrage. Wenn man einmal die Anfahrts-Kosten nach Merzouga nicht beachtet hat uns die Nacht in der Wüste pro Person 50 € gekostet. Dabei waren folgende Leistungen.

      – Kamelreiten hin zum Camp und zurück nach Merzouga
      – Abendessen im Camp (Getränke kosten extra)
      – Frühstück im Camp
      – Nacht in Zelt

      Die Nacht davor im Ksar Bicha Hotel in Merzouga selber hat uns zusammen 55 € inkl. Frühstück gekostet. Gruß Rico

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