Kambodscha Reiseberichte

Phnom Penh Reisebericht mit Kambodscha Reisetipps

In diesem Reisebericht möchte ich euch Die Hauptstadt Kambodschas etwas genauer näher bringen. Phnom Penh ist mit seinen 1,5 Mio. Einwohner die größte Stadt Kambodschas und somit der Wirtschaftsmotor des Landes. Das war nicht immer so, was die beeindruckende Geschichte der Stadt Zeigt. Ende der 70er Jahre waren die Rote Khmer an der Macht und versuchten das ganze Land in einem kommunistischen Bauernstaat zu entwickeln. Dies hatte zur Folge, dass zu dieser Zeit alle Einwohner aufs Land vertrieben wurden und so nur noch ca. 20 tausend Einwohner der Regierung dort lebte. Bei unserer 2 tägigen Tour hat man in jedem Winkel die Geschichte gespürt. Ich keinem anderen Land der Welt haben ich so krasse Lebensbedingungen und unterschiede gesehen wie hier. Ich hoffe euch diese Eindrücke in den folgenden Bericht näher bringen zu können.

Anreise nach Phnom Penh

Die Hauptstadt ist sehr gut gelegen, wodurch man über 2 verschiedenen Wegen nach Phnom Penh anreisen kann. Der einfachste Weg führt via Luft zum größten Phnom Penh Airport des Landes, der etwa 10 km von der Stadt entfernt ist. Eine andere Möglichkeit führt über den Mekong, wo ein Ausläufer durch die Stadt fließt und so eine große Anlegemöglichkeit bietet. Da wir von der Vietnam-Rundreise gekommen sind, hatten wir uns für den Wasserweg entschieden.

Gestartet sind wir von Chau Doc aus. Die Stadt liegt direkt am Mekong an der Grenze zu Kambodscha. Wir sind am Morgen gegen 7 Uhr vom Pier Richtung Phnom Penh per Speedboot aufgebrochen und hatten eine Tour von 5 Stunden vor uns. Das hört sich im ersten Moment mehr an, als es ist. Die Tour geht über den Mekong, was landschaftlich wirklich toll ist und man immer was zum Beobachten hat. Nach den ersten 2,5 Stunden gibt es den ersten Stopp. Die Zeit wird genutzt, um auf die Toilette zu gehen, Snacks zu holen und Dokumente für die Passkontrolle auszufüllen. Danach ging es für 30 Minuten weiter Richtung Grenzkontrolle. Hier hieß es 45 Minuten warten, bis die Grenzbeamten sämtliche Dokumente gesichtet hatten und das Visa im Pass verankerten. Danach ging es nur noch für ca. 1 Stunde Richtung Phnom Penh Pier. Dort angekommen, wurden wir direkt von unserer Reiseführerin in Empfang genommen und haben am Pier im Restaurant gegessen. Das Restaurant am Pier ist purer Luxus. Für die Cola haben wir 4 US Dollar bezahlt, was für ein armes Land wie Kambodscha schon frech ist. Das Essen war allerdings grandios und wurde schon über den Reisepreis bezahlt. Nach dem Essen ging es dann direkt zur ersten Sehenswürdigkeit des Tages.

Speedboot von Chau Doc Richtung Kambodscha
Speedboot von Chau Doc Richtung Kambodscha
Boots-Anlegestelle von Phnom Penh
Boots-Anlegestelle von Phnom Penh
Mitagessen am Pier
Mitagessen am Pier

Königspalast von Phnom Penh

Der Palast dient seit 1939 als Hauptsitz für den König von Kambodschas und wurde 1813 erbaut. Ein Teil des Geländes und der Paläste ist für Touristen zugänglich. Besonders sehenswert sind der Thronsaal, der Pavilion Phochani und der Pavilion Chanchhaya. Der Thronsaal wurde beim Bau sehr vom Bayon Tempel inspiriert, was im inneren aber leider nicht mehr zu sehen ist, da die roten Khmer sehr viel zerstört haben. Direkt am Eingang zum Palast bieten sich viel Einheimische als Guide an. Darunter auch kleine Kinder, die nach Geld betteln. Unsere Reiseleiterin hat uns klar gebeten, den Kindern kein Geld zu geben, da sie sonst nie zu Schule gehen, wenn sie Erfolg beim Betteln haben.

Auf dem Weg zum Königspalast
Auf dem Weg zum Königspalast
Der Phnom Penh Königspalast mit seinen Palästen
Der Phnom Penh Königspalast mit seinen Palästen

Silberpagode

Direkt am Königspalast findet sich die Silberpagode. Ein extra Gelände, was vom Palast aus über das Nord-Tor erreichbar ist. Beim Eintritt wirkt das ganze Umfeld der Pagode sehr trist und mit viel Beton. Die Eingangstore und anderen Bauwerke sind von buddhistischen, hinduistischen und indischen Motiven geprägt. Wir waren zum Nachmittag da, was zur Folge hatte, dass es einige Touristen gab. Die Pagode darf nur mit Socken bzw. barfuß betreten werden. Auch auf eine lange Hose sollte geachtet werden. In der Silberpagode gibt es dann ein aus mehreren tausend Silberplatten vozierten Boden zu betreten. Es gibt viele Einhemische, die im Zentrum der Pagode beten. Umrum laufen viele Touristen, die Fotos machen, obwohl es verboten ist. Auf dem Rückweg zum Ausgang gibt es noch das Nationalmuseum, was man sich anschauen kann. Da Museum aber nicht so unser Ding war und wir wenig Zeit hatten, haben wir uns das gespart.

  • Eintrittspreise: 6,25 US Dollar (25.000 Kambodschanische Riel)
  • Fotoerlaubnis: 2 US Dollar (9000 Kambodschanische Riel) / Videoerlaubnis: 5 US Dollar (22600 Kambodschanische Riel)
  • Öffnungszeiten: Täglich von 7:30-11:00 und 14:00-17:00
Um der Silberpagode herum
Um der Silberpagode herum

Foltergefängnis S-21 und Tuol Sleng Genozid Museum

Das S-21 Gefängnis fand ich auf der ganzen Phnom Penh am beeindrucktesten. Die ehemalige Schule wurde nach der Eroberung durch die Roten Khmer in ein Foltergefängnis umgebaut. In die Klassenzimmer wurden provisorische Zellen eingemauert. Von 75 bis 79 wurden hier über 19 Tausend Menschen gefangen gehalten und von mehr als 1000 Menschen in dem Zeitraum gefoltert. An den Fenstern und Balkonen wurde Stacheldraht gespannt, damit die Gefangenen kein Selbstmord vollbringen und die Roten Khmer über Tod und Leben entscheiden konnten. In den Zimmern und Sälen gibt es aktuell ein Museum zu den Folterpraktiken und Methoden, die früher angewandt wurden. Ein extra Raum wurde nur mit Bilder von den damaligen Gefangenen ausgestattet. Bei dem Besuch musste selbst unsere Reiseführerin weinen, da sie Verwandte in dem Gefängnis hatte. Die im Museum ausgestellten Folterwerkzeuge und Methoden sind wirklich erschreckend und lassen ein an der menschlichen Spezies zweifeln. Inhaftierte, die die Folter oder medizinischen Experimente im Gefängnis überlebten, wurden auf die Killing Fields gebracht, die im Umland der Stadt lagen. Hier wurden sie mit stumpfen Waffen wir einer Schaufel hingerichtet, da die Munition zu teuer dafür war. Zur Befreiung Ende der 70er Jahre waren nur noch 14 Menschen am Leben, die danach teilweise an Ihren Verletzungen starben.

  • Eintrittspreise: 2 US Dollar (9.000 Kambodschanische Riel)
  • Öffnungszeiten: Täglich von 7:00-11:30 und 14:00-17:30

Im ganzen Gefängnis herrscht Foto- & Filmverbot. Dies wird mit Schildern gezeigt, die gefühlt aller 10 Meter angebracht wurden. Auch am Eingang wird mehrfach drauf hingewiesen. Komischerweise hat sich dann im Gelände selber niemand mehr verantwortlich gefühlt, wodurch Ihr folgende Bilder zu sehen bekommt.

Blick auf ein Gefängnistrakt wo jetzt ein das Tuol Sleng Genozid Museum ist
Blick auf ein Gefängnistrakt, wo jetzt ein das Tuol Sleng Genozid Museum ist
Gefängniszellen innerhalb der ehemaligen Schulräume
Gefängniszellen innerhalb der ehemaligen Schulräume
Stacheldraht im Foltergefängnis S-21
Stacheldraht im Foltergefängnis S-21

Wat Phnom Hügel-Kloster

Das auf einen Hügel gebaute Kloster heißt übersetzt Bergkloster und wurde damals nach Legenden auf heiligen Boden erbaut. Es diente, um 4 Buddha-Statuen zu ehren, die von einer Frau namens Penh am Mekong gefunden wurde. Um diesen Hügel herum wurde danach die Stadt erbaut mit den übersetzten Namen “Berg der Frau Penh“. Um den Hügel herum gibt es aktuell ein Kreisverkehr, was doch mehr hektisch als spirituell ist. Auf dem Weg nach oben zum Tempel wird man fliegenden Händlern oder bettelnden Kindern umlagert. Nach einem kurzen “no thx“ gehen diese aber wieder. Links und rechts von der Treppe sind verschiedene Statuen zu beobachten, die einen beim Aufgang begleiten. Oben angekommen, konnten wir direkt ins Kloster eintreten und haben sofort bemerkt, dass es sehr eng ist. Da dieser Ort besonders für einheimische heilig und dadurch beliebt ist, kann es oben sehr voll werden. Ich selber fand das Kloster in drin jetzt weniger spektakulär, wodurch wir dann auch recht schnell wieder den Rückweg angetreten haben. Dieser führt am anderen Ende des Klosters runter, wo man auch direkt ein Altar der Frau Penh zu sehen war. Beim Runtergehen sind viele Studenten zu sehen, die auf den umliegenden Klosterwiesen lernen oder einfach nur entspannen. Unser Guide erklärte uns, dass es Glück bringe, hier zu lernen oder das Kloster zu betreten.

Treppen zum Wat Phnom Kloster
Treppen zum Wat Phnom Kloster

Essen in Phnom Penh

Zum Abend wollten wir natürlich auf der Straße was Essen gehen, wie wir es von Vietnam gewohnt waren. Dies bewies sich aber um einiges schwieriger. Einheimische Küche war auf den Straßen so gut wie nicht zu finden. Als wir schließlich Restaurants gefunden haben, waren diese alle sehr amerikanisch. Einige Burger- und Pizza-Läden gab es zur Auswahl, die aber mit 15 bis 20 Dollar pro Essen doch sehr auf unerfahren Touristen aus sind. So entschieden wir uns, etwas im Supermarkt zu holen und auf dem Zimmer zu Essen. Am Ende gab es selbst gemachte Sandwiches mit einem Bier.

Einkaufen in Phnom Penh

Eines unserer ToDo’s in jeder großen Stadt ist die Shopping Runde auf dem Märkten und Superstores, um ein Gefühl zu bekommen, wie die Leute leben. Dies haben wir auch hier gemacht. Auffällig war, dass wir keine Gemüse Märkte oder ähnliches auf unserer Tour gefunden hatten. Selbst ein Supermarkt haben wir nur mit Mühen gefunden. Im Superstore selber war es für uns erschreckend, da wir nur Waren gefunden haben, die importiert wurden. Gefühlt kam alles aus Thailand für absolute Mondpreise. Für eine Packung Milch oder ein Snickers Riegel musste man etwa 2-3 US Dollar hinlegen. Bei einem Durchschnittseinkommen von gerade einmal 500 € im Monat, werden hier wohl nur Wohlhabende oder Touristen einkaufen. Es gibt keine einheimischen Produkte, was immer noch dem Pol Pot Regime zuzuschreiben ist.

Bezahlung & Währung in Kambodscha

Offiziell ist der Kambodschanische Riel (Khmer-Riel) die Landeswährung. Allerdings hat die Bevölkerung wenig Vertrauen in die eigene Währung, was die Wertstabilität betrifft. Deswegen wird zum großen Teil alles mit US Dollar gehandelt. Sämtliche touristische Aktivitäten wie Hotel, Sehenswürdigkeiten und Einkauf wird darüber bezahlt. Der Khmer-Riel kommt maximal auf einheimischen Märkten oder kleineren Bars zum Einsatz. Schaut beim Geld abheben aber vorher nochmal genau auf den Automaten (ATM), ob er auch Dollar ausspuckt.

Unser Cardamom Hotel in der Stadt

Das Hotel lag sehr zentral, sodass wir von hier perfekt zu unserer Rundreise starten konnten. Es war sauber aber sehr einfach gehalten. Kein Luxus und von allem nur die Basics. Da wir nur ein Tag hier waren, war das vollkommen in Ordnung. Allerdings gibt es in der Umgebung kaum was an Restaurants, Märkten oder sonst etwas, was sich lohnen würde zu sehen. Entweder waren wir im falschen Viertel oder die Stadt bietet einfach kaum etwas. Der Preis lag bei etwa 50 € inkl. Frühstück, was basic aber gut ist.

  • Name: Cardamom Hotel & Apartment (3 Sterne)
  • Adresse: No 69 Street 174 Sangkat Psa Thmey III, Phnom Penh, Kambodscha
  • Preis: 49 bis 60 € die Nacht inkl. Halbpension
  • Email: reservation@cardamomhotel.com

Zusammenfassung und Bewertung

  • Wer die Wahl hat, sollte die Anreise über den Mekong wählen, um mehr vom Land zu sehen | 3,5 von 5 Sterne
  • Der Königspalast ist schick anzusehen und wirkt sehr prunkvoll | 3,5 von 5 Sterne
  • Die Silberpagode ist von außen gut anzusehen und gibt ein schönes Fotomotiv | 4 von 5 Sterne
  • Das Foltergefängnis fand ich historisch gesehen einfach super interessant und gut gemacht. Sollte auf jedenfall gesehen werden und daher ein “must see“ | 5 von 5 Sterne
  • Wat Phnom fand ich eher unspektakulär, kann man aber auf Weg mitnehmen | 3 von 5 Sterne
  • Essen in Phnom Penh kann man total vergessen. Hier gibt es leider keine typische Khmer Küche | 1 von 5 Sterne

Einen kleinen Rundgang durch die Stadt und seinen Sehenswürdigkeiten findet Ihr in folgenden YouTube Video:

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Bewertung der Reise-Erfahrungen & Insider-Tipps unserer Leser
[Gesamt: 3 Durchschnitt: 5]

2 Comments

  1. Ist den Kambodscha überhaupt Sicher ? Ich verbinde mit dem Land immer nur extreme Armut und kann mir nicht vorstellen dort Urlaub zu machen. Geschichtlich hat sich dein Bericht sehr interessant gelesen. Aber wenn ich und meine Mädels ein Abstecher von Thailand nach Kambodscha machen will hab ich eher eine grummeln im Magen ob uns dort was passiert wie ein Überfall oder so. Dass der Großteil der Einwohner in dieser Hauptstadt wohnen für ein Land mit einer so großen Fläche find ich schon verrückt. Da kann man mal sehen was diese roten Khmer in der Geschichte so angerichtet haben. Auf jeden Fall eine klasse Übersicht was die Stadt so an Sehenswürdigkeiten bietet.

  2. Also wir waren im Frühjahr 2016 und 2017 in Kambodscha und werden auch in diesem Jahr wieder dort sein. Ich habe mich dort in keiner Weise bedroht gefühlt oder geängstigt. Die Menschen sind dort sehr freundlich und hilfsbereit. Im ganzen Land spürt man die Aufbruchstimmung. Nach allem was die Menschen dort erleiden mussten, kann man nur ermutigen, sich das Land einmal anzusehen. Angkor Wat ist gigantisch, die Insel Koh Rong ein Traum mit türkisfarbenen klaren Wasser und weißen Sand. Und in Phnom Penh entstehen viele kleine Geschäfte, die teilweise soziale Projekte unterstützen. So gibt es vor PP eine kleine Insel auf der Seide hergestellt wird. Hier werden Witwen und mittellose Frauen beschäftigt. In der Stadt, nahe am Fluss, gibt ein ein ein Café „Daughters of Cambodia“, in dem man Snacks, Kaffee und Kuchen bekommt. Außerdem kann man in dem angrenzendem Shop Souvenirs einkaufen, die die Frauen hergestellt haben. Hier werden Frauen aus der Prostitution geholt und betreut.

    Solange man nicht als Pauschaltourist einreist, kann man die Menschen vor Ort mit dem Tourismus unterstützen. Da alles noch nicht überlaufen ist, kann man alles gut vor Ort und spontan buchen.
    Zum Essen: die nationalen Kmergerichte sind nicht so meine Sache. Sie benutzen fast überall grünen Pfeffer, den ich nicht mag. Deshalb sind wir oft europäisch essen gegangen, was dann auch wieder teuer ist. Die thailändische Küche schmeckt mir besser.
    Von Siem Reap aus kann man nicht nur Ankor wat erkunden, sondern mit dem Boot auf den Tonle Sap fahren und sich die schwimmenden Dörfer ansehen. Nicht nur das Restaurant ist ein Boot, auch die Schule und die „Vorgärten“ der Hausboote.
    In diesem Jahr werden wir nach Kampot fahren und uns ansehen, wo der Pfeffer wächst.

    Dann kann ich gern den Bericht über Kambodscha noch ergänzen.

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