Kroatien Reiseberichte

Zadar Reisebericht mit Altstadt-Reise & Insider-Tipps aus Kroatien

Am Ende unseres Kroatiens Road-Trips führt uns die Tour nach Zadar. Die kleine Hafenstadt mit ihrer beeindruckenden Altstadt hat allerhand an Sehenswürdigkeiten und Ausflügen zu bieten. Wo andere bei der Kreuzfahrt nur einen kleinen Stopp machen, waren wir ganze 3 Tage in der Stadt. Nach typischer Backpacking- Manier haben wir außer die Unterkunft alles vor Ort organisiert. Was wir in unseren Urlaub erlebt haben und welche Erfahrungen wir dabei gesammelt, berichten wir in folgenden Zadar Reisebericht.

Mit dem Bus von Split nach Zadar

Gestartet sind wir einen Morgen von Split aus. Am einfachsten kommt man von A nach B mit dem Bus. Es gibt verschiedene Bus-Unternehmen die in einen Kroatien für wenig Geld zum Wunsch-Ziel bringen. Mit Croatia Bus sind wir die 160 km Strecke nach Zadar in etwa 2,5 Stunden gefahren und haben dafür 85 Kuna (11,5 €) pro Person bezahlt. Die Tickets kann man ganz entspannt vor der Abreise im Bus-Bahnhof am Schalter kaufen. Auf unserer Tour war der Bus zur Hochsaison kaum voll besetzt wodurch nicht glaube, dass man die Tickets Tage vorher kaufen muss. Dazu fahren die Busse täglich fast aller 30 Minuten die Strecke. Unterwegs gab es in Sibenik eine Pause wo man sich die Beine vertreten oder auf Toilette gehen konnte. In Zadar angekommen mussten wir erst einmal 1 km bis zur Altstadt vom Bus-Bahnhof laufen.

Mit Croatia Bus von Split nach Zadar

Die Uferpromenade

Nachdem wir unsere Ferienwohnung bezogen haben ging es als erstes zur Uferpromenade. Sie liegt süd-westlich der Altstadt, ist Anfang der 2000er neu gestaltet worden und kann man zu Fuß sehr einfach erreichen. Hier hat man die Möglichkeit, nach einer aufregenden City-Tour abzuschalten und am Wasser langzulaufen. Das Wasser war bei uns sehr rau und peitsche bei großen winden gegen das Ufer. Es war eine Kunst beim Spazieren gehen nicht nass zu werden. Teil der Strecke wird von einem kleinen Park und Bäumen begleitet. Es befinden sich Bronzefiguren und ein Bootssteg auf dem Weg die man besichtigen kann. Wir sind weiter in Richtung Halbinselspitze gelaufen wo man die Meeresorgel und den Gruß an die Sonne hören bzw. besichtigen kann.

Raues Wasser an der Zadar Uferpromenade

Meeresorgel

Die Meeresorgel von Zadar wird durch Löcher in den Uferpromenaden-Steinen von winden und dem Wasser angetrieben. Sie hört man fast immer spielen und wirkt wie ein kleines Konzert. Selber ist Meeresorgel als solche gar nicht zu erkennen wenn man sie nicht hören würde. Die Orgel ist wie eine Treppe geformt wo man zum Abend hin gut sitzen und dabei ein Bier trinken kann. Auch der Sonnenuntergang ist von hier aus super zu beobachten. Leider war bei uns eher schlechtes Wetter wodurch wir davon nix gesehen haben. Nach dem Sonnenuntergang wurde es dann langsam dunkel und der direkt daneben liegende “Gruß an die Sonne“ wurde langsam sichtbar.

Treppen der Meeresorgel
Meeresorgel bei Dämmerung

Gruß an die Sonne

Der “Gruß der Sonne“ ist ein Farbspektakel in der Nacht und liegt direkt neben der Meeresorgel. Wenn die Sonne untergegangen ist fangen im Boden versenkte LEDs an zu leuchten. Die Lichte sind Kreisförmig angeordnet und flackern bunt durcheinander als ob auf einer Weltkugel verschiedene Lichter leuchten würden. Je dunkler es wird desto stärker erleuchtet der Boden und beeindruckt. Es kommen zur späten Stunde immer mehr Menschen dazu und bewundern das Meisterwerk des Architekten Nikola Basic. Ein klares Highlight was man in Zadar einmal gesehen haben muss.

Gruß an die Sonne bei Nacht
LED-Lichter im Boden von Zadar

Die Altstadt

Die Altstadt von Zadar ist die größte Sehenswürdigkeit der Stadt. Sie Bilder das Tourismus-Zentrum und liegt auf einer kleinen Halbinsel. Hier haben wir uns einen ganzen Tag genommen um alle Denkmäler und Plätze in Ruhe erkunden zu können. Viele historische Gebäude wurden nach dem  venezianischen Baustil errichtet wo Zadar noch eine Festung war. Folgende Altstadt-Sehenswürdigkeiten solltet ihr euch auf eurer Reise unbedingt anschauen:

St. Donat Kirche mit Aussichtsturm

Als erstes hatten wir uns auf unserer Altstadt-Tour die Kirche des Heiligen Donat angeschaut. Sie stammt aus den 15. Jahrhundert und liegt inmitten der Altstadt. Die Kirche selber wurde vor vielen Jahren entweiht und ist somit nicht mehr religiös.  Durch die zylindrische Bauform werden dort heut viele Konzerte gespielt. Vor der Kirche gibt es Platz wo sich ein Kaffee befindet um in der Sonne eine gute Pause machen kann.

St. Donat Kirche

Direkt an der Kirche befindet sich auch ein Turm den man besteigen kann. Der Eintritt kostet dafür etwa 15 Kuna (2 €). Der Aufstieg ist relativ einfach und führt über Stein- sowie Holztreppen zur Aussichtsplattform. Oben angekommen bekommt man die beste Aussicht auf die Altstadt von Zadar. Wir waren komplett allein oben und konnten die Aussicht bei Sonne auf die Schnee bedeckten Berge genießen. Aber nicht nur am Tag lohnt sich ein Aufstieg. Sobald es dunkel ist sollte man ein Gang nach oben wagen und durch lichter erleuchtete Altstadt sehen.

Blick vom Aussichtsturm der St. Donat Kirche
Schneeberge über den Hafen von Zadar

Volksplatz mit Stadtwache und Uhrturm

Die ehemalige Stadtwache als Renaissancegebäude mit seinen Uhrturm befindet sich direkt am Volksplatz (Narodni trg). Die Stadtwache stammt aus dem Jahr 1562 worauf dann 1768 der Uhrturm errichtet wurde. Der Platz dient als Mittelpunkt der Altstadt. Hier trifft man die meisten Touristen. Es gibt viele Kaffees und man bekommt bei den hohen Temperaturen an jeder Eckte ein leckeres Eis. Da sich direkt am Platz auch die Tourismus-Info befindet kann es hier teilweise richtig voll werden.

Volksplatz mit Stadtwache und Uhrturm

Zadar Stadttor & See-Tor

Nur wenige Meter vom Volksplatz entfernt befindet sich das Stadttor von Zadar. Es ist das eher wenig spektakuläre Stadttor was über ein Rundbogen verfügt und die Neustadt mit der Altstadt verbindet. Interessanter ist da schon das See-Tor was sich im Süden befindet. Das Renaissance-Bauwerk ist als solches noch sehr gut erhalten und zeigt neben den 2 Stadtwappen noch ein venezianischen Löwen mit Flügeln der die Wappen beschützt. Wenn man durch das See-Tor durchgegangen ist kommt allerdings nicht mehr viel außer einer langen Straße mit Wohnhäusern. Wir sind wieder zurückgegangen und haben uns den Platz der 5 Brunnen angeschaut.

See-Tor von Zadar

Fünf-Brunnen-Platz

Der 5 Brunnen Platz befinden sich direkt am See-Tor und ist zu Fuß von dort aus in nur 3 Minuten zu erreichen. Der Platz wurde im 16. Jahrhundert errichtet und diente der Stadt bei drohenden Krieg zur Trinkwasser-Sicherung. Es wurde eine große Zisterne mit ganzen 5 Brunnen errichtet die heute noch in einer Linie zu begutachten sind.  Direkt am Platz wurde dann im 19. Jahrhundert ein kleiner grüner Park erbaut den man heute noch besichtigen kann. Wir haben ihn besucht und haben dort eine kleine Pause zum Mittag gemacht. Direkt am Park gibt es verschiedene kleine Restaurants wo man draußen etwas essen und trinken kann.

5-Brunnen-Platz

St. Anastasia Kathedrale

Die St. Anastasia Kathedrale von Zadar ist die größte in Dalmatien und wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Sie hat eine beeindruckende Romanik-Stil Fassade und wirkt auf den kleinen Vorplatz schon sehr mächtig wenn man davor steht. Sie kann man kostenlos besichtigen. Es gibt in wenigen Abständen aber auch Aufführungen innerhalb der Kirche wo man für ordentlich angezogen sein muss. Auf dem Vorplatz gibt es relativ hochpreisige Restaurants worin man sitzen und die Kirche auf sich wirken lassen kann.

Blick auf die St. Anastasia Kathedrale
St. Anastasia Kathedrale von innen

Mögliche Zadar-Ausflüge

Wem es in Zadar dann doch zu langweilig werden sollte, der hat die Möglichkeit verschiedene Ausflüge von dort aus zu starten. Um Zadar selber gibt verschiedene Inseln und Nationalparks die man als Tagesausflug besuchen kann. Aus Zeitgründen konnten wir leider 2 Touren machen. Wir würden euch aber folgende 3 lohnenswerte Ausflüge empfehlen:

Telascica Nationalpark auf Dugi Otok

Der Tagestripp auf die Insel Dugi Otok war auf unserer Tour ein richtiges Highlight. Hier sind wir vom Zadar Hafen mit der G&V Line Anamarija Fähre gestartet und haben dafür direkt am Hafen 25 Kuna bezahlt. Ziel auf der Insel ist der Hafen von Sali wofür wir etwa 1 Stunde gebraucht haben. In Sali angekommen haben wir uns bei der Tourismusinformation ein kleines Moped gemietet und haben die ganze Insel erkundet. Viele gehen hier “nur“ Wandern was für uns nicht zur Debatte stand da wir an dem Tag so viel sehen wollten wie möglich. Es gibt eine Menge an Sehenswürdigkeiten wofür man den ganzen Tag einplanen muss. Was man auf Dugi Otok unbedingt gesehen haben muss ist:

  • Salzsee Mir
  • Grpascak Klippen
  • Strasna pec Höhle
  • Sakarun Strand
  • Punta Bianca Leuchtturm

Gerade für Natur-Liebhaber ist dies eine Tour die einen begeistern wird. Touristen sieht man selbst in der Hauptsaison wenig unterwegs. Bei unserer Tour mit dem Moped hatten wir eine gute Abwechslung zwischen kleinen Wanderungen und Pausen in der Natur. Es gibt in kleineren Orten auf der Insel Restaurants wo man etwas essen und trinken kann. Zum Abend hin fährt gegen 20 Uhr die letzte Fähre die man unbedingt erwischen sollte da man sonst eine unfreiwillige Nacht auf der Insel verbringen muss. Alle Erfahrungen die wir im Nationalpark gesammelt haben findet ihr in unseren seperaten Telascica Reisebericht.

Am Hafen von Zadar
Telascica Nationalpark Aussicht mit Roller

Ausflug nach Kali auf der Insel Ugljan

Für den Ausflug auf die Insel Ugljan braucht man etwa ein halben Tag. Hier bietet sich ein Besuch des kleinen Ortes Kali an. Mit der Autofähre geht es von Zadar aus 25 Minuten bis zum Ort Preko wo die Kosten bei 20 Kuna pro Person liegen. Von Preko aus kann man einen Spaziergang nach Kali machen. Hier befindet sich ein kleiner Fischerort der sich auf einen kleinen Berg befindet wovon man eine tolle Aussicht auf den Hafen und die Küste bekommt.  Hier haben wir in einer kleinen Bar ein Bier getrunken und die Aussicht genossen. Danach ging es wieder zur Fähre und zurück nach Zadar. Den Ausflug würden wir nicht unbedingt weiterempfehlen da er einfach zu wenig Highlights bietet.

Fähre bei Preko auf Ugljan
Ausblick von Kali auf die Ugljan-Küste

Paklenica Nationalpark

Wir selber konnten die Tour im Paklenica Nationalpark aus Zeitgründen leider nicht machen. Er ist aber der größte und spannendste Nationalpark in der Nähe von Zadar. Man findet den Park etwa 50 km östlich der Stadt und kann hier den ganzen Tag Teile des Velebit-Gebirges erkunden. Paklenica bietet gerade für Kletterer & Wanderer das perfekte Naturerlebnis. Neben verschiedenen Schluchten, Felsformationen oder Tieren wie Braunbären kann man hier eine Tropfsteinhöhle Namens  Manita pec besichtigen. Es gibt eine ganze Reihe an Sehenswürdigkeiten die sich lohnen zu besichtigen. Für uns ist klar, dass wir bei unseren nächsten Besuch genug Zeit mitbringen um den Paklenica Nationalpark zu erkunden.

Strände um Zadar

Zadar selber ist eher weniger für einen reinen Strand-Urlaub bekannt. Direkt von der Altstadt aus ist kein Strand ohne weiteres zu erreichen. Es gibt aber 3 Strände die unmittelbar in der Nähe liegen und per Taxi oder einer Wanderung zu erreichen sind. Alle Strände sind gut ausgestattet so dass man von Essen, Getränke bis hin zu Freizeitaktivitäten vieles geboten bekommt. Daher eignet es sich auch sehr gut für Familien dort ein Strand-Stopp einzulegen. Ruhiges ist es hier nur in der Nebensaison. In den Sommermonaten von Mai bis August kann es hier richtig voll werden gerade wenn Schulferien sind. Erholen könnt ihr euch an 3 folgenden Stränden um Zadar:

Strand Lage Angebote Zielgruppe
Borik nördlich von Zadar (4 km)
  • Große Hotelanlage
  • Rutsche mit Schwimmbecken
  • Restaurants & Sportangebote
Familien
Kolovare östlich der Altstadt
  • Grünanlage mit Bäumen & Schatten
  • Bars & Sportangebote
Jugend
Diklo westlich von Borik
  • Beton-Liegeflächen
  • Villen-Region
  • Bars & Restaurants
Paare

Zadar Party & Nachtleben

Um Party zu machen ist das Nachtleben in Zadar eher schwach ausgeprägt. Wenn man die Altstadt als Startpunkt sieht wird man wohl etwas enttäuscht. Diskotheken oder Clubs kann man zu Fuß nicht erreichen. Die Innenstadt ist eher von Restaurants und kleinen Bars besiedelt die sich weniger zum ausgiebigen feiern eignen. Man kann bei einem Wein gut essen gehen und den Abend in Rhe ausklingen lassen. Wer aber feiern gehen will muss sich ein Taxi nehmen. Auf dem Weg zum Nebenort Kozino befinden sich einige Beach-Bars und Discotheken. Darunter die größte Diskothek Kroatiens Namens “Disco Bar Saturnus“ oder die Cocktailbar-Bar Mangoo. Dafür müsst ihr etwa 15 Minuten & 10 bis 15 € mit dem Taxi einplanen.

Unterkunft: Hotel oder Ferienwohnung?

Auf der Suche nach einen Hotel in Zadar haben wir schnell bemerkt, dass vor Ort so gut wir keine typischen Hotels vorhanden sind. Alles ist auf Ferienwohnungen und Apartments ausgelegt. Diese kann man sowohl in der Altstadt als auch etwas Außerhalb des Stadtkernes buchen. Der Aufpreis für eine kleine Wohnung mitten im Zentrum ist gering und der Mehrwert sehr hoch. Wir hatten via Airbnb eine offizielle Ferienwohnung gebucht und für die 3 Tage gerade einmal 80 € bezahlt. Hier hatten wir auch die Möglichkeit selber zu kochen was unseren Geldbeutel mehr als geschont hat. Die Wohnung lag mitten in der Altstadt in ein normales Wohnhaus was komplett frisch Renoviert war. Wer es generell etwas luxuriöser mag kommt aber auch hier auf seine Kosten und findet viele Apartments oder Häuser mit Pool sowie großzügiger Ausstattung.

Bilder sagen viel aber ein noch besseren Eindruck von Zadar bekommt ihr in folgenden YouTube-Video:

Bewertung der Reise-Erfahrungen & Insider-Tipps unserer Leser
[Gesamt: 7 Durchschnitt: 4.3]

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